1. FC K´lautern – BTSV

 

1. FC Kaiserslautern  Eintracht Braunschweig

30.09.2012, 2. Bundesliga, Fritz-Walter-Stadion, Endstand: 1:1

Im Frühtau zu Berge wir zieh´n… Hätten wir gesungen, wenn die Müdigkeit nicht so präsent gewesen wäre. Ab 6.30 Uhr sammelte unser Fahrer die weiteren 3 Leute ein und es ging straight über leere Autobahnen erstmal über die A7 und A5 nach Frankfurt, dann weiter nach Kaiserslautern, zum Betzenberg. Großzügige Pausen waren möglich, weil die vom Navi errechnete Ankunftszeit doch überraschend früh war. So konnten wir z.B. am Rasthof Pfefferhöhe einen tollen Blick bei aufgehender Sonne über das morgennebelverhangene Örtchen im Tale genießen. Unterwegs trafen wir einige Braunschweiger, das Fritz-Walter-Stadion schien doch ein Highlight für viele Eintrachtfans zu sein.
Kaiserslautern

Auf Empfehlung des Heimvereins parkten wir am Messeplatz und marschierten von dort (es war mittlerweile sommerlich warm geworden) bei strahlendem Sonnenschein in einer bunten Mischung aus Lauterern und Braunschweigern die 1,8 Kilometer über Barbarossaring und Barbarossastraße den Betzenberg hinauf, vorbei an der Gaststätte des Stadions Erbsenberg, wo der VfR Kaiserslautern spielt. Ein ganz schöner Anstieg, den einige bereits jetzt schon alkoholgeschwächte Besucher nur mit Unterstützung bzw. Pausen schafften. Auf den letzten Metern sah man dann linker Hand das WM-Stadion und rechter Hand das Stadion der Amateure, bevor man am Gästeeingang anlangte.

Kaiserslautern Nach der gründlichen Kontrolle hätte man noch ins Vereinsmuseum gehen können, dafür fehlte uns aber die Ruhe. Drinnen musste eine mit mindestens 15 Euro aufzuladende Stadionverzehrkarte gelöst werden. Darauf sind allein schon 2,- Euro Pfand, wie mir erzählt wurde. Überschüssige Beträge konnten wohl wieder ausgezahlt werden. Im Innenraum fanden wir einen eher kleinen Stehplatzbereich vor, von dem aus man die Haupttribüne nur sehen konnte, wenn man weit links der Begrenzungsmauer stand – was wir nicht taten. Schön steile Tribünen, das hat was. So wirkte die Schalparade der Heimfans zum Einlauf optisch sehr gut, insgesamt waren über 33.000 Zuschauer gekommen.

Kaiserslautern Nach dem Anpfiff übernahm zuerst Braunschweig die Initiative und kam zu ersten Möglichkeiten. Danach erhöhte der 1. FC Kaiserslautern aber den Druck, und es wurde ein beidseitig durch Einsatz, Laufbereitschaft und Spielvermögen gekennzeichnetes Spiel, das nur wenige echte Chancen zuließ. In der 24. Spielminute gab es dann Freistoß für den FCK aus gefährlicher Position, zentral kurz vor dem 16er. Den verwandelte Dick sehr schön über die Mauer hinweg ins rechte obere Toreck – den kleinen Boland dort an den Mauerrand zu stellen war keine gute Idee. Damit begann die beste Phase der Pfälzer, jedoch blieb Eintracht auch weiter gefährlich: Die über 2000 mitgereisten Fans waren schon halb am jubeln, aber Boland verzog die Direktabnahme einer langen Flanke knapp neben das lange Toreck (33.). Kurz vor der Pause dann nochmal die Hausherren. Eine viel zu einfache Idrissou-Flanke brachte Zuck per Seitfallzieher aufs Tor, Davari war aber auf dem Posten.

In der Pause wunderten wir uns zunächst, dass der Betzenberg nicht bebte, wie es so schön heißt. Lediglich nach dem Tor bekam man einen Eindruck, zu was das Stadion fähig ist, insgesamt aber blieb der Support durchschnittlich. Das kann aber auch am diesmal gefälligen und ausdauernden Gesinge der Fans in Blau-Gelb liegen, dass da nicht viel durchkam. Mit der zweiten Halbzeit blieb das Spiel auf gutem Niveau, allerdings agierten die Lauterer zunächst defensiver. Der Gast fand zunächst kein Mittel, und es sah lange nach der ersten Niederlage des Tabellenführers aus, bis eine traumhafte Einzelleistung den überraschenden, aber nicht unverdienten Ausgleich besorgte. Der zur Halbzeit gekommene Ademi bewies seine Qualitäten, indem er nach feinem Anspiel in den Strafraum eindrang, drei Rote inklusive Keeper Sippel austanzte und aus spitzem Winkel traf, vorbei an einem Lauterer Spieler (oder durch die Beine?), der die Linie sicherte.
Kaiserslautern

Kurz darauf hatte Kaiserslautern eine Doppelchance zur erneuten Führung, doch Davari verhinderte dies unter Aufbietung all seines Könnens. Beide Teams spielten nun mit offenem Visier auf Sieg, allein es gelang kein Treffer mehr. Nur die Roten Teufel holten sich noch eine gleichfarbige Karte ab, als ein kurz zuvor eingewechselter Spieler nach überhartem Umsensen (sah nach Frustfoul aus) eines Gästespielers vom Platz musste. So blieben beide Mannschaften ungeschlagen und Eintracht konnte den FCK auf Distanz halten. Nach dem Spiel meinte jemand, dass wir nur durch den Schiri gewonnen hätten, was ich nun überhaupt nicht sagen kann. Aus meiner Sicht hat ja erstens bei einem 1:1 niemand gewonnen und zweitens haben wir wenn dann eher trotz des Schiedsrichters noch einen Punkt geholt…

Nun denn, scheinbar herrscht dort in Teilen eine hohe Anspruchshaltung, die ein leistungsgerechtes Remis zur Niederlage verklärt. Und die reicht wohl auch bis zur Arroganz. Denn schon auf dem Hinweg, als wir an der Tankstelle gegenüber des Messeplatzes noch einkehrten, stießen wir auf eine unfreundliche Verkäuferin, die sagte dass wir nicht aufsteigen würden, wer sei denn Eintracht Braunschweig schon. Der 1. FCK hingegen, der würde auf jeden Fall aufsteigen, keine Frage. Unser Geld hat sie trotzdem angenommen. Leider war sie nach dem Spiel schon abgelöst worden, wir wären auf die erneute Begegnung gespannt gewesen.

Kaiserslautern Trotzdem konnten wir uns ganz entspannt und hochzufrieden mit dem Punkt auf die Heimfahrt begeben. Ich hatte mir noch schöne Fotopunkte ausgeguckt, idyllische Weinlandschaften mit kleinen Häuschen mittendrin, die Frankfurter Skyline und ein paar Graffitti an Autobahnbrücken – leider sind mir die Aufnahmen nicht gelungen, sodass es von der Fahrt nur ein nicht besonders tolles Bild der pfälzischen Weinberge gibt. Schade. Darüber hinaus brachte lediglich ein Fuchs, der bei Salzgitter kurz vor unserem Boliden die Autobahn überquerte, nochmal etwas Adrenalin in unsere Körper, trotzdem kamen wir gegen 21.45 Uhr angenehm ermüdet zu Hause an und können uns ein lange angestrebtes Besuchsziel von der Liste streichen.

 

Bildergalerie (zum Vergrößern klicken)

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