Lichtenberg – Zehlendorf

 

 SV Lichtenberg 47 SV Lichtenberg 47 - FC Hertha 03 Zehlendorf  FC Hertha 03 Zehlendorf

30.08.2014, Oberliga Nordost Staffel Nord, Hans Zoschke Stadion, Endstand: 3:1

War das Unterfangen ein Fußballspiel im “Hans Zoschke” zu sehen beim letzten Besuch im März 2011 noch gescheitert, so hatte ein Teil des Kombinats an diesem 30. August mehr Glück.

img_0675Nach feuchtfröhlicher Gestaltung der vorherigen Nacht, ging es noch recht angeschlagen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von der Übernachtungsgelegenheit am Prenzlauer Berg Richtung Lichtenberg, um der Partie des SV Lichtenberg 47 gegen den FC Hertha 03 Zehlendorf beizuwohnen. 217 weitere Zuschauer  verfolgten das gleiche Interesse und vor allem die Supporter des SVL wussten mit ordentlicher “Zaunbefahnung” zu beeindrucken. Ihr Team hatte sich in der Vorwoche eine 2:6- Packung beim FSV Luckenwalde abgeholt und wollte heute Wiedergutmachung betreiben.

Doch in der ersten Hälfte wirkten die Hausherren verunsichert und Hertha 03 machte das Spiel, ohne jedoch selbst zu zwingenden Aktionen im Lichtenberger Strafraum zu kommen. Folgerichtig ging es torlos in die Kabinen. Für den Verfasser dieser Zeilen galt es in der Halbzeit den geschundenen Körper mit lokalen Köstlichkeiten zu stärken. Doch da die Frikadelle im Brötchen an Alex’ Stadiontheke geschmacklich leider nicht wirklich zu überzeugen wusste, galt es schon frühzeitig zu einem kühlen Pils zu greifen, welches preislich völlig in Ordnung ging und den müden Geist zumindest etwas zu beleben wusste.

Zu Beginn der zweiten Hälfte merkte man den Gastgebern dann an, das sie gewillt waren, das heutige Spiel zu gewinnen. Das Team wirkte wesentlich fokussierter als noch im ersten Spielabschnitt und drängte die Gäste mehr und mehr in deren Hälfte. Nach ziemlich genau einer Stunde sollte dies dann belohnt werden: Thomas Brechler erzielte die 1:0-Führung. Eine Viertelstunde später sorgte dann Maic Haubitz, nach einer Ecke, per Kopf für die vermeintliche Entscheidung, doch sollte das noch nicht der Schlussakkord in dieser nun rassigen Oberligapartie sein. Nur sieben Minuten später gelang Herthas Maximilian Obst, der im Gästeblock seinen ganz persönlichen Anhänger dabei hatte, der Anschlusstreffer. img_0736Und sein Team drängte nun auf den Ausgleich. Doch das Aufbäumen kam etwas zu spät. In der Nachspielzeit schließlich überschlugen sich dann noch einmal die Ereignisse: Erst sah Herthas Dennis Dombrowe nach einer Undiszipliniertheit sichtlich frustriert die Rote Karte und nur kurz darauf nutzte Christian Gawe die daraus resultierende Unruhe in der Hintermannschaft der Gäste zum umjubelten 3:1-Endstand.

Abgesehen von einer sehenswerten Partie in Halbzeit zwei bleibt auf jeden Fall festzuhalten, dass ein Ausflug ins Hans Zoschke Stadion nur wärmstens empfohlen werden kann. Ein altehrwürdiges Stadion mit netter Atmosphäre, freundlichen Vereinsmitgliedern und Bier zu fairen Preisen erwartet den Besucher. Und wer weiß, vielleicht ist auch Alex’ Frikadelle das nächste Mal etwas besser in Form. eb

Unser erster Besuch im März 2011

Homepage SV Lichtenberg 47

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BFC Dyn. – Lichtenberg

 

BFC Dynamo – SV Lichtenberg 47

12.06.2013, Finale des Berliner Landespokals, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Endstand: 1:0

Ein Mittwochabend zuhause im Prenzlauer Berg. Eigentlich habe ich mich auf einen Abend an meinem Schreibtisch eingestellt, auf dem sich noch einiges an Arbeit auftürmt. Die Balkontür ist geöffnet und ich horche auf, als auf der Straße ein Ruf erklingt: ’Dy-na-mo‘. Klar, Dynamo – ich hatte doch über das Finale des Berliner Landespokals gelesen und die Nummer scheint hier und jetzt zu steigen. BFC Dynamo gegen den SV Lichtenberg 47, 19 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, weiß auch Google schnell zu bestätigen. ‚Schauen wir uns mal an‘ sagt auch mein Kumpel kurzentschlossen und bei nur noch 40 Minuten bis zum Anpfiff geht es unumwunden hinaus in den Sommerabend.

Berliner Landespokal Auf der Straße treffe ich noch einen Nachbarn, Unioner. Er winkt ab, als er von unserem Vorhaben hört. Angesichts des sichtlich erhöhten Radaubrüderaufkommens im Viertel ist er bereits bedient. In der Tat sieht das etwas anders aus heute. Prägen sonst vor allem zugezogene Hipsters und die in die Jahre gekommene Boheme die Umgebung, gesellen sich heute vermehrt breitschultrige Berliner mit adrett kurzen Haaren dazu. Ausgezeichnet. Der nette, doch oft zu besonnene Stadtteil kann einen charmanten Schlag Fußball und ein bisschen Remmidemmi ruhig einmal wieder vertragen. Zwar verspricht die Paarung nicht gerade Brisanz, aber durchaus etwas Gewühl.

Für den BFC ist es mal wieder ein großes Spiel. Er hat die Saison als Dritter der Oberliga NOFV-Nord, also der 5. Spielklasse beendet. Im Schnitt kamen laut transfermarkt.de 492 Zuschauer zu den Heimspielen im Sportforum Hohenschönhausen. Bonjour Tristesse – wie auch unser letzter Bericht von dort zeigt. Für den BFC-Anhang sind wichtige Spiele wie das heutige mit einer Rückkehr in den Prenzlauer Berg verbunden. Zu DDR-Zeiten hatte der Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark Meisterschaften des BFC und erinnerungswürdige Europapokalabende gesehen. Dieser Tage geht es lediglich gegen den Liga- und Stadtteilnachbarn SV Lichtenberg 47. Aber gerade angesichts der gegenwärtig eher trüben Realität, stellt ein Gewinn des Landespokals einen ernstzunehmenden Erfolg dar. Dem Sieger winkt durch die Teilnahme am DFB-Pokal ein weiteres großes Spiel. Für uns stellt sich vor allem die Frage, wie viele Anhänger der BFC für das heutige Pokalfinale noch zu mobilisieren vermag.

Berliner Landespokal Für Lichtenberg, die die abgelaufene Oberligasaison mit einem für einen Aufsteiger achtbaren 9. Rang beendeten, stellt die erste Finalteilnahme im Wettbewerb ebenfalls einen großen Anreiz dar. Mehr zu den 47ern zeigt unser Bericht aus 2011.

Am Haupteingang herrscht reger Andrang, doch es gibt ausreichend Tageskassen. Wir entscheiden uns für den BFC Bereich auf der Gegengeraden. Stolze 10€ kostet der Spaß, dafür ist das Programmheft umsonst. Beim Einlass wird verkündet, dass das Spiel aufgrund des großen Andrangs erst 15 Minuten später begänne.

Der BFC Anhang jedoch scharrt keineswegs mit den Hufen. Ganz gelassen geht es zu. Man kennt sich, man begrüßt sich und erfreut sich sichtlich daran, einmal wieder in derart großer Runde zusammenzukommen. Es liegt ein Hauch von ‚Alten Zeiten‘ in der Abendluft, wenn sich hartgesottene Jungs so herzlich begrüßen. Ähnlich ist auch die Stimmung während des Spiels. Man feiert sich selbst, singt die alten Lieder und verfolgt das Spiel eher halbherzig. Hier und heute muss man niemandem etwas beweisen. Die Vielzahl des eigenen Anhangs spricht bereits für sich.

6381 Zuschauer haben sich eingefunden, 5000 davon stehen hinter dem BFC. Mag es auch auf den Tribünen der Fünftklassigkeit naturgemäß etwas lichter werden, bei großen Anlässen wie diesem erfreut sich der BFC weiterhin vieler Freunde. Darüber hinaus bemerkenswert sind vor allem zwei Dinge: Die enorme Anzahl an Zaunfahnen, die das halbe Stadion umfasst und die anerkennenswert hohe Kantendichte unter den Besuchern. Man muss kein Soziologe sein, um zu erkennen, dass der BFC kein Klatschpappenclub ist.

Berliner Landespokal Auf der gegenüberliegenden Seite, im rechten Teil der Haupttribüne hat sich eine Kolonie aus Lichtenberg-Fans formiert und bietet den Kräfteverhältnissen entsprechend einen passablen Auftritt dar. Als die Mannschaften Einlaufen, zeigen beide Lager eine Choreografie. Schön beim BFC ist, dass man sich auf die jüngere Vergangenheit und den Titelgewinn 2011 bezieht.

Etwas mehr Mühe hätte man sich seitens der Organisatoren geben können. Immerhin ist dieses ganz ordentlich besuchte Finalspiel des Landespokals für alle direkt Beteiligten der Höhepunkt der Saison.

Angesichts dessen ist es etwas unverständlich, dass das Gestänge der Hammerwurfanlage nicht demontiert wurde und ein Großteil des BFC-Anhangs mit einer Sichteinschränkung leben muss. Auch Flutlicht hätte der zweiten Halbzeit und den Feierlichkeiten ganz gut getan.

Das Spiel selbst ist schnell erzählt. Dynamo geht bereits nach 5 Minuten durch Kevin Gutsche in Führung und wirkt in der ersten Halbzeit deutlich energischer und selbstbewusster als die blassen 47er. Ohne weitere Treffer geht es in die Pause. In der zweiten Halbzeit findet Lichtenberg dann ins Spiel und kann vor allem über die rechte Seite eine Vielzahl guter Angriffe vortragen. Ein ums andere Mal hat der BFC Glück, weil die 47er denkbar knapp scheitern. Bis in die Nachspielzeit muss Dynamo zittern, als Lichtenberg eine letzte, vorzüglich vorgetragene Stafette nicht verwerten kann. Der sehr sehenswerte Angriff ist auch in unserem Video zum Spiel eingefangen. Es bleibt beim 1:0 und die Dynamo Fans genießen es, einmal wieder oben auf dem Zaun zu thronen und ihre Mannschaft zu feiern. Auch die Lichtenberg Elf wird von ihren Anhängern mit Beifall bedacht. Dank der starken Leistung in der zweiten Halbzeit hätte sie hier sicher den Ausgleich verdient gehabt.

Den Landespokal im Schrank und die 1. Runde des DFB-Pokals gesichert, kann der BFC selbstbewusst und ambitioniert in die kommende Saison blicken. Sollte die Auslosung für die 1. Hauptrunde es gut mit dem BFC meinen, käme man bald wieder für ein großes Spiel hier im Prenzlauer Berg zusammen. fg

Hier ist auch das Video zum Spiel zu sehen.

 

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Berlin & Braunschweig

 

Freitag

 Tennis Borussia Berlin – Lichterfelder FC 

25.03.2011, NOFV-Oberliga Nord, Mommsenstadion, Endstand: 0:0

Berlin

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit sollte es mal wieder in unsere Hauptstadt gehen. Der eigentliche Plan beinhaltete eine 2-Mann-Tour, die dafür genutzt werden sollte Bekannte zu besuchen und sich dem Berliner Amateurfußball zu widmen. Da die Bekannten aber anderweitig verhindert waren und der Reisemitstreiter sich (verständlicherweise) doch dazu entschloss die an den letzten Wochenenden etwas vernachlässigte Partnerschaft zu pflegen, wurde die Fahrt alleine angetreten. Per günstiger Mitfahrgelegenheit, ging es am Freitag nach vorverlegtem Feierabend am Braunschweiger ZOB los. Die Fahrt entpuppte sich dank freundlichem Fahrer und freier Autobahn als kurzweilige Angelegenheit und bereits um kurz nach 17 Uhr war das ICC in Berlin erreicht – genügend Zeit also noch, um per pedes zum Mommsenstadion zu gelangen, wo um 19 Uhr Tennis Borussia Berlin den Lichterfelder FC empfangen sollte. Da auch der Fußmarsch schneller bewältigt wurde als gedacht, wurde der Ground noch vor 18 Uhr, also der offiziellen Kassenöffnungszeit, erreicht. So blieb nicht anderes übrig als ein paar Außenaufnahmen zu machen und noch etwas Verpflegung zu sich zu nehmen. Um Punkt 18 Uhr ging es dann aber ins Stadion, nachdem an der Kasse noch faire 5,-€ zu entrichten waren. Die restliche Zeit bis zum Anpfiff wurde noch damit verbracht weitere Aufnahmen zu machen, ein Programmheft (1,-€) an einem gesonderten Stand zu erstehen und sich im „Casino“, der Kneipe im Mommsenstadion, ein gepflegtes Bier zu genehmigen.

Berlin Zum Anpfiff hatten sich dann offiziell 345 Zahlende im Rund eingefunden, um das Duell des Tabellen-14. Tennis Borussia und des Tabellen-13. Lichterfelde zu verfolgen. Eine doch eher erschreckende Zahl wenn man bedenkt, dass TeBe nicht nur um den sportlichen Erhalt der Oberliga, sondern auch um das Überleben des Vereins kämpft und daher auf jede zahlende Kraft angewiesen ist. Laut recht zuverlässiger Quelle im Stadion ist der Insolvenzantrag wohl aber schon gestellt, der Spielbetrieb aber mindestens bis zum Ende der laufenden Spielzeit gesichert. Die Spieler in lila-weiß jedenfalls wirkten von Beginn an verunsichert aufgrund der aktuellen Situation im Verein, obwohl in der vergangenen Woche ein wichtiger 2:1-Auswärtssieg gelungen war. Der Gast aus Lichterfelde war die klar spielbestimmende Mannschaft und hatte auch die besseren Chancen, scheiterte jedoch entweder am Pfosten (11.Min.) oder am guten Keeper der Gastgeber (15.Min.). Ab Mitte der ersten Hälfte zeigte sich dann aber deutlich warum auch der LFC in der Abstiegsregion der Liga herumgeistert. Das Niveau der Partie verflachte von Minute zu Minute und folgerichtig ging es mit einem torlosen Remis in die Kabine.

Berlin Die Halbzeit wurde meinerseits dazu genutzt, um einen Mitarbeiter TeBes in ein Gespräch zu verwickeln und so die ein oder andere Hintergrundinformation zu bekommen. Als ich mich auf Gegenfrage zu meiner Herkunft bekannte, wurde mir von einer Ordnerin berichtet, die hier arbeiten würde und auch mit Haut und Haar BTSV-Fan sein würde. Keine Frage also, dass auch dieser Kontakt hergestellt werden musste. Die Dame, deren Name hier aufgrund fehlender Zustimmung nicht erwähnt werden soll, blieb in den 80er Jahren hier in Berlin hängen, als „der beste Ex-Freund den ich je hatte“ sie während ihres Studiums mit zu einem Tennis Borussia-Spiel nahm. Die Weltoffenheit des Vereins, mit einem großen Anteil an Fans, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat niemanden aufgrund seiner Herkunft, seines Glaubens, seiner sexuellen Ausrichtung etc. auszugrenzen, hatte es ihr angetan. Dennoch ist auch sie ein Kind der alten Braunschweiger „Gegengerade“ und ist noch immer so oft es geht bei Eintracht-Spielen zu Gast. Durch das Gespräch hatte ich den Wiederanpfiff und die ersten 5 Minuten der zweiten Hälfte verpasst, was aber nicht weiter tragisch sein sollte, da sich die Partie weiterhin auf einem grottenschlechten Niveau präsentierte. So bleibt eigentlich auch nichts weiter zu berichten, außer dass der Schiri ein Einsehen mit allen Beteiligten hatte und nach 90 Minuten ohne große Nachspielzeit abpfiff.

Für mich ging es direkt zur 5 Min. Fußmarsch entfernten S-Bahnstation Messe Süd, wo die S 3 Richtung Hauptbahnhof bestiegen wurde, die dank Bahncard auch noch zum Ermäßigungstarif genutzt werden konnte. Eine Viertelstunde später war das Hotel erreicht welches sich als Volltreffer erweisen sollte, schließlich durfte das 4er Zimmer mit 3 netten Damen geteilt werden. Schöne Grüße an dieser Stelle nach Nürnberg und Sizilien! ;-)
Nachdem die letzten Iren an der Bar noch unter den Tisch getrunken, eine Verabredung mit einer der Empfangsdamen für Mitte April klargemacht und die Badnutzungszeiten mit den Zimmergenossinnen abgesprochen waren, ging es in die Koje, da am nächsten Morgen ja noch etwas Sightseeing anstehen sollte.

 

Sonnabend

 SV Lichtenberg 47 – VSG Altglienicke 

26.03.2011, Berlin-Liga, Sportplatz Bornitzstraße, Endstand: 0:2

Berlin

 

Um 7:30 Uhr war die Nacht bereits mehr oder weniger freiwillig beendet und nach kurzer Dusche und Auschecken aus dem Hotel ging es per pedes Richtung Reichstag und Brandenburger Tor. Da Berlin noch zu schlafen schien und weit und breit noch keine Touris unterwegs waren, hatte ich die Straßen beinahe für mich alleine – ein herrlicher Anblick. So waren die Hotspots in Mitte, wie der Gendarmenmarkt, das Deutsche Historische Museum, der Berliner Dom und das Alte Museum schneller abgehakt als gedacht und ich erreichte schon früh das Rote Rathaus und, nach einem kurzen Abstecher durch das Nikolaiviertel, den Alexanderplatz. Hier sollte erstmal zwecks Nahrungsaufnahme eine Pause eingelegt werden. Doch die Zeit schien nicht zu vergehen und so viel die Entscheidung nicht schwer, sich noch etwas zu Fuß weiter zu bewegen und die U-Bahn ungenutzt zu lassen. Das Wetter entwickelte sich zudem prächtig und so genoss ich den Marsch auf der Karl-Marx-Allee Richtung Osten der Stadt. Ziel sollte das Hans-Zoschke-Stadion in Lichtenberg sein, wo der in der Berlin Liga beheimatete SV Lichtenberg 47 seine Heimspiele austrägt. Nachdem mittlerweile Friedrichshain erreicht war und immer noch gut 2 Stunden bis zum Anpfiff blieben, wurde noch einmal eine Pause eingelegt, die auf einer Bank am Rand der Allee zum Lesen genutzt wurde. Von der nächsten U-Bahnstation sollten es mittlerweile nur noch 3 Stationen bis zum Ziel Magdalenenstraße sein und so entschied ich mich diesen letzten Abschnitt auch noch zu laufen – dann doch lieber für das gesparte Geld nachher noch ein leckeres Frikadellen-Brötchen im Stadion! Eine Stunde vor Spielbeginn hatte ich dann, nach 10km Fußmarsch, das Stadion in Lichtenberg erreicht. Jedem der es sich zutraut, sei ein solcher Marsch durch Berlin wärmstens empfohlen, bekommt man doch einiges mehr zu sehen und zu erleben, als wenn man im Schacht unter der Stadt hindurchfährt.

Berlin Die gute Laune wurde aber etwas getrübt, als ich am vermeintlichen Haupteingang des Stadion keinerlei Aktivitäten feststellen konnte. Erst auf Nachfrage wurde mir von einer Gruppe frühschoppender Ur-Lichtenberger mitgeteilt, dass dieser Eingang überhaupt nicht mehr genutzt würde und ich es ein Stück weiter die Straße hinauf versuchen sollte. Dort angekommen, war ein Tor auch tatsächlich geöffnet, etwas Aktivität zu vernehmen und ein Spielplakat angebracht. Doch am Tor selbst dann die totale Ernüchterung: „Spiel 26.03.2011 Li47 – VSG A 13.00 Uhr Bornitzstr.“. Neee!? Ich hatte doch gestern auf der Homepage extra noch nachgeschaut und da war doch ganz klar vom Stadion die Rede – und nun das!
Egal, erstmal rinn ins Stadion und Fotos machen und dann mal schauen wo diese Bornitzstraße ist. Zum Glück kam auch gleich ein älterer Mann vorbei, denn ich nach eben dieser Straße befragte und der genauso erstaunt wirkte wie ich, als ich ihm sagte, dass das Spiel dort stattfinden würde. Er hatte nämlich das gleiche Ziel und ich dadurch jemandem, der mich sicher an den Ort des Geschehens begleitete. Nach einem kurzen lockeren Gespräch über die gute alte Zeit des SV Lichtenberg 47, als dieser noch in der 2.Liga der DDR spielte und „allet aus dem Brandenburger Raum rausjekooft wurde, wat jing“, erreichten wir nur 2 Querstraßen vom Stadion entfernt den Sportplatz in der Bornitzstraße. Dieser ist ein relativ neu angelegter Kunstrasenplatz mit einem Vereinsheim und einem originalen Drehkreuz, durch das man auf den Platz gelangt. Immerhin 5,-€ wurden für Karte + Programm berappt.

Berlin

 

Das Spiel sollte nun auch bald beginnen und die Gastgeber, die in der vergangenen Woche dem souveränen Tabellenführer BFC Viktoria die erste Saisonniederlage beigebracht hatten, begannen auch gleich wie die Feuerwehr. Die Gäste der VSG Altglienicke, immerhin Tabellen-2. und dank finanzstarkem Hauptsponsor in den letzten Jahren kontinuierlich mit höherklassigen Spielern verstärkt, hatten in den ersten 20 Minuten nicht viel entgegenzusetzen und es war lediglich dem Unvermögen der SVL-Angreifer zu verdanken, dass es noch 0:0 stand. Doch mit dem ersten brauchbaren Angriff gelang dann gleich die Führung, nachdem ein Stürmer der Gäste im Strafraum unsanft vom Ball getrennt wurde und der Kapitän den fälligen Elfer eiskalt verwandelte. Dennoch stürmten die Rot-Weißen weiter und hatten deutlich mehr vom Spiel, doch auch das 2.Tor fiel auf der anderen Seite, als ein Freistoß von der Mittellinie hoch in den 16er gebracht wurde und der Keeper sich dat Dingen quasi selbst reinhaute. Halbzeit. Frikadellen-Brötchen aller feinster Sorte und ein Bierchen.

Nach Wiederanpfiff hatten die Gastgeber dann nicht mehr viel zu bestellen, der Stachel saß scheinbar zu tief. Im Gegenteil: Die Gäste vergaben nun reihenweise beste Einschussmöglichkeiten. Am Ende blieb es aber beim im Endeffekt gerechten 0:2.
Für mich ging es nun recht eiligen Schrittes Richtung U-Bahnstation Magdalenenstraße, von wo es mit der U 5 Richtung Alexanderplatz und von da weiter mit der S 7 zum Zoologischen Garten ging. Dort sollte die Mitfahrgelegenheit zurück nach BS bestiegen werden. Doch da an diesem schönen Tag eine Großdemonstration (ca. 120.000 Teilnehmer) gegen die Atomkraft stattfand und in Berlin der Teufel los war, verzögerte sich sich die Ankunft des Gefährts um eine gute Dreiviertelstunde. Da aber noch ein weiterer Mitfahrer vor Ort wartete, konnte auch diese Zeit relativ kurzweilig gestaltet werden. Um 19 Uhr war BS wieder erreicht und der Verfasser dieser Zeilen um einige wertvolle Erfahrungen reicher. e.b.

 

Sonntag

 BSV Ölper 2000 – FC Dostluk Spor Osterode

27.03.2011, Landesliga Braunschweig, BSV-Stadion am Biberweg, Endstand: 0:2

Braunschweig

 

Gegen Mittag dieses sonnigen Tages ging es wieder in voller Fussballkultour-Stärke in den westlichen Norden Braunschweigs, um im BSV-Stadion am Biberweg den abstiegsbedrohten Landesligisten BSV Ölper 2000 zu besuchen, was eigentlich schon längst überfällig war. Der Gast aus dem Harz stand in der Tabelle zwar nur 2 Plätze besser auf dem 12. Rang, jedoch trennten die Kontrahenten bereits 9 Punkte voneinander. Auch wenn das Heimteam noch ein Spiel nachzuholen hat wird es bereits mächtig eng, denn auf Grund der anstehenden Ligareform steigen am Ende der Saison alle Mannschaften ab Platz 14, also 6 an der Zahl, ab. Am vorigen Spieltag waren beide Teams böse unter die Räder gekommen, sodass heute Wiedergutmachung zu erwarten war.

Etwa 50 Zuschauer fanden sich insgesamt ein, um bei Bratwurst und Getränk dem Duell beizuwohnen. Die Hausherren starteten aktiver und konnten sich in der ersten halben Stunde zwei Hunderprozenter erspielen, die Torjäger Glawé aber nicht verwerten konnte. Vom FC Dostluk Spor war bis dahin nichts zu sehen – den ersten halbwegs passablen Torschuss registrierten wir in Minute 36. Folglich blieb es bei dem Remis nach 45 Minuten. Bereits kurz vor Halbzeitpfiff, um dem Pausengedränge zu entgehen, erstanden wir zwei äußerst delikate Krakauer, die mit 2,50 Euro das Stück im preislich akzeptablen Bereich lagen.

Braunschweig Der BSV konnte nach Wiederbeginn leider nicht an die Form der ersten Hälfte anknüpfen und ließ sich von den keinesfalls spielstärkeren Gästen zu leicht unter Druck setzen. Als dann auch noch der Linksverteidiger ausgetauscht werden musste, nutzte Osterode die Unordnung zum Führungstreffer. Als danach kein merkliches Aufbäumen erfolgte, stellte der BSV-Trainer taktisch um nahm den eben eingewechselten Linksverteidiger zu Gunsten eines offensiveren Spielers wieder raus – Höchststrafe nach knapp 12 Minuten. Doch auch diese Maßnahme half nichts. Statt dessen verwandelten die Gäste nur wenig später eine der nun zahlreichen Ecken mit Unterstützung des BSV-Keepers direkt, was den sowieso schon nicht sortiert wirkenden Stadionsprecher zur Ansage: “Torschütze… Ach, lassen wir das lieber…” verleitete. In der Schlussphase passierte außer übertrieben theatralischem Zeitspiel und einer wahren Flut an gelben Karten nichts mehr, sodass es beim 0:2 blieb.

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