Hertha II – Lok Leipzig

 

Hertha BSC U23 – 1.FC Lokomotive Leipzig 

24.05.2014, Regionalliga Nordost, Stadion auf dem Wurfplatz, Endstand: 1:1

12. Hertha BSC II – 33P.
13. Babelsberg 03 – 33P.
14. ZFC Meuselwitz – 33P.
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15. 1.FC Lok Leipzig – 31P.
16. Optik Rathenow – 26P.

So stellte sich die Ausgangssituation im Tabellenkeller der Regionalliga Nordost dar, bevor der letzte Spieltag angepfiffen wurde. Obendrein taten sich mit Meuselwitz gegen Babelsberg und Hertha II gegen Lok zwei entscheidende direkte Duelle hervor. Dass es überhaupt noch einmal so spannend wurde, war einer starken Rückserie des FC Lok zu verdanken. Nach einer desaströsen Hinrunde mit nur 8 Punkten stellten die Blaugelben die fünftstärkste Rückrundenmannschaft und arbeiteten sich noch einmal eindrucksvoll heran.

hertha-bsc-ii-lok-leipzig_10 Zum Saisonabschluss nach Berlin fuhr Lok mit sechs ungeschlagenen Spielen in Folge und über 2000 zuversichtlichen Fans im Rücken. Ein Sieg bei der Hertha musste nun her, um den Klassenerhalt einzutüten. Die Herthaner hingegen hatten sich – durch zuletzt zwei Niederlagen gegen die anderen beiden Mitbewerber um den Abstieg – selbst noch einmal in Bedrängnis gebracht. Dieser letzte Spieltag versprach einen echten Showdown. Folgerichtig ging es auch für uns auf in das neben dem Olympiastadion gelegene ‘Stadion auf dem Wurfplatz’, im Volksmund eher als Amateur-Stadion bekannt.

 

Lok war wie gesagt in stattlicher Zahl erschienen und stellte knapp zwei Drittel der 3800 Zuschauer. Diese zeigten sich von Beginn an unterstützungsfreudig und hatten das Stadion fest im Griff. Das Berliner Publikum war eher zum Zuschauen gekommen. Lediglich ein kleiner Block von 40-50 sehr jungen Leuten tat sich durch gelegentliche Anfeuerungen hervor. Auch auf dem Platz zeigte Hertha seinen Nachwuchs. Der agierte spritzig und technisch versiert, ließ jedoch die Klarheit in den Aktionen vermissen. Lok lief zunächst viel hinterher, fand aber unter hohem Arbeitsaufwand allmählich besser ins Spiel. Torlos ging es in die Kabine.

Unmittelbar nach der Pause kam Hertha gleich zu einigen aussichtsreichen Möglichkeiten. Der Führungstreffer in der 53. Minute überraschte deswegen nicht. Nun wurde es zu einem ganz harten Stück Arbeit für die Leipziger. Unter einem grandiosen Support durch die Mitgereisten gelang ein Aufbäumen. Der verdiente Ausgleich in der 76. Minute ließ das Stadion erzittern. Und Lok blieb dran, drängte und war versucht, das nun mehr und mehr unterbrochene Spiel flüssig zu halten. Einen Abschluss aus der Kategorie ‘Das wär’s gewesen’ konnte Lok nicht im Tor unterbringen und tatsächlich: Das war es dann auch. Auf der einen Seite enttäuscht, auf der anderen erleichtert, sanken die Spieler auf den Rasen.

hertha-bsc-ii-lok-leipzig_12 Die ohnehin eher albernen Hertha-Teens skandierten nun ‘Auf Wiedersehen’. Das sollte es postwendend auch geben. Gelassen aber entschlossen stieg ein Teil der Lok Anhänger über den Zaun und marschierte begleitet von unbeholfenen Ordnern über das Spielfeld (s. unser Video). Kurzes Abklatschen mit den Spielern, aber dann ging es zielstrebig weiter zur Hertha Ecke. Bevor man dort die Situation richtig erkannte, waren auch schon die Zaunfahnen abgezogen. Ein paar Hiebe gab es hier und da auch, aber dann rückte auch schon die Staatsmacht ein und drängte Lok zurück. Dem Lok Anhang war die Enttäuschung anzumerken. Dennoch wurde das Aufbäumen der Mannschaft anerkannt und mit Applaus und Aufmunterung bedacht. Ein Tor fehlte am Ende, um die Aufholjagd der Rückrunde mit Erfolg zu krönen. Lok muss nun auf fremde Hilfe hoffen. Setzt sich der Nordost-Meister, die TSG Neustelitz, gegen die Reserve von Mainz 05 durch und verlässt die Liga nach oben, wird ein Platz frei: Ein Platz für den 1. FC Lok.

 

Unser Video-Mitschnitt vom Spiel
Stadion ‘Auf dem Wurfplatz’
Abschlusstabelle Regionalliga Nordost

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Berlin

 

2 Tage Hauptstadt

Viktoria 89 Berlin – FC Anker Wismar

07.04.2013, Oberliga NOFV-Nord, Friedrich-Ebert-Stadion, Endstand 3:0

Berlin Herrlichstes Frühlingswetter bei der Ankunft in Berlin und eine ordentliche Portion Vorfreude auf den schon lange geplanten Besuch beim Berliner FC Viktoria 1889, ließen die bisweilen doch langatmige Anreise per Regionalbahn schnell vergessen. Am Bahnhof Alexanderplatz wartete bereits auch schon der Mitstreiter und Gastgeber für die nächsten beiden Tage und so ging es gutgelaunt mit S- und U-Bahn gen Tempelhof, wo im Friedrich-Ebert-Stadion die heutige Partie ausgetragen werden sollte.

153 zahlende Besucher fanden sich schließlich zu dem von der Papierform her ungleichen Duell, Tabellenführer gegen Tabellenschlusslicht, ein. Dabei hätte dieses Spiel allein von der Geschichte beider Vereine her ein deutlich höheres Zuschaueraufkommen verdient und genau deshalb lohnt sich für den interessierten Leser auch ein Blick auf die Geschichte des BFC Viktoria, offiziell immerhin schon zweifacher Deutscher Fußballmeister, und die des FC Anker Wismar, bei dem zum Beispiel Carsten Jancker das Fußballspielen lernte, der u.a. aber auch den ehemaligen Trainer der Braunschweiger Eintracht, Joachim Streich, hervorgebracht hat.

Berlin Für die Berliner ging es also darum die Tabellenspitze in der Oberliga NOFV-Nord zu verteidigen. In diese war man erst im Juni 2011 zurückgekehrt und durch den für den Verein rasanten Aufstieg, hegt man nun ehrgeizige Ziele. So ist für die kommende Saison eine Fusion mit dem Liganachbarn Lichterfelder FC Berlin geplant, die Gespräche diesbezüglich, laut BFC-Vizepräsident im Stadionheft, “fortgeschritten (…) für die neue Kraft im Berliner Fußball: FC Viktoria 1889 Berlin Lichterfelde-Tempelhof e.V.”

Zu Beginn des Spiels konnten die “Himmelblauen” die Erwartungen der Zuschauer, die nach dem Erfolg im Verbandspokal gegen den klassenhöheren Berliner AK 07 und dem souveränen Auftaktsieg nach der Winterpause beim SV Waren 09 sicherlich einen Torreigen erwarteten, allerdings nicht erfüllen. Dies lag aber auch an den vom ehemaligen Bundesligaspieler Timo Lange trainierten und gut eingestellten Ostseestädtern des FC Anker, die bissig in die Zweikämpfe gingen, darüber hinaus aber auch ihre Möglichkeiten nach vorne suchten. Dennoch ging der Favorit in Führung und das mit der ersten vernünftigen Torchance. Diese war allerdings wunderbar über wenige Stationen herausgespielt und Damantang Camara war es schließlich, der den Spielzug eiskalt vollendete. Dies führte zu einem Bruch im Spiel der Gäste, den BFC-Kapitän Ümit Ergirdi weitere sieben Minuten später mit dem 2:0 bestrafte. Als der Wismarer Kapitän Fabian Bröcker auch noch wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff mit einer zumindest fragwürdigen Gelb-Roten Karte vorzeitig vom Feld musste, schien das Spiel für die Gäste endgültig gelaufen zu sein.

Berlin Doch zu Beginn der zweiten Spielhälfte kamen die Rot-Weißen wie verwandelt aus der Kabine. Der Spitzenreiter versuchte das Ergebnis nur noch zu verwalten, während sich die Nordwestmecklenburger mit dem gleichen Biss der Anfangsviertelstunde Feldvorteile erkämpfen konnten. Der Lohn folgte in Minute 52: Nach einem klaren Handspiel eines BFC-Akteurs im eigenen Strafraum, zeigte die junge Schiedsrichterin Katja Mattig auf den Punkt. Doch zum Entsetzen seines Trainer, aber auch der handvoll mitgereister Anhänger, scheiterte FC-Stürmer David Rosinski an Viktorias Torwart Konstantin Filatow. Von diesem neuerlichen Rückschlag erholten sich die Mannen aus Wismar nicht mehr. Zwar gab es an der kämpferischen Einstellung weiterhin nichts auszusetzen, doch spielerisch gelang dem Team nun nicht mehr viel. Im Gegenteil: In der 72. Minute drang Berlins Burak “Mentos” Mentes in den Strafraum der Gäste ein und konnte von diesen nur regelwidrig gestoppt werden. Strafstoß also für Viktoria. Der agile Mittelfeldmotor Adrijan Antunovic legte sich den Ball zurecht, scheiterte aber an Anker-Keeper Maik Sadler. Kurz darauf bewies Viktoria-Coach Thomas Herbst, ebenfalls ein ehemaliger Bundesligaprofi, der es u.a. in der Saison 1982/83 auf 17 Bundesliga- und 2 DFB-Pokal-Einsätze für Eintracht Braunschweig brachte, ein glückliches Händchen: Er brachte in der 75. Spielminute Manuel Marschel, der keine zwei Minuten später mit seinem ersten Ballkontakt das 3:0 erzielte und so den Schlusspunkt einer unterhaltsamen Partie setzte, die für den Trainer des FC Anker Wismar, Timo Lange, die letzte als Chefcoach bedeutete, wie an dem darauffolgenden Mittwoch bekannt wurde. Sein bisheriger Assistent Christiano Dinalo Adigo übernimmt für den Rest der Saison die schwere Aufgabe den FC Anker noch vor dem Abstieg zu bewahren, während Lange dem Verein als sportlicher Leiter mit erweiterten Kompetenzen im Jugendbereich erhalten bleibt. Wir wünschen beiden von dieser Stelle viel Glück und möchten uns zudem noch bei dem äußerst freundlichen Ordner des BFC bedanken, der es uns erst ermöglichte einige Aufnahmen im Friedrich-Ebert-Stadion so zu machen wie sie nun anzuschauen sind, obwohl ein Betreten des Innenraumes und der Kurven bzw. der Gegengerade eigentlich untersagt war. Vielen Dank!

 

 Hertha BSC – Eintracht Braunschweig 

08.04.2013, 2. Bundesliga, Olympiastadion, Endstand: 3:0

Nach dem sonntäglichen Ausflug in den Amateurfußball und einem Montagnachmittag, der ganz im Zeichen der Berliner Street Art stand, sollte am Abend nun das Topspiel der 2. Bundesliga besucht werden: Tabellenführer Hertha BSC gegen den Zweiten Eintracht Braunschweig.

Berlin Als Treffpunkt für dieses Spiel sollte das Bier Kombinat Kreuzberg, eine noch recht neue Kneipe in der vornehmlich Spiele von Borussia Dortmund, dem 1. FC Köln und eben der Braunschweiger Eintracht übertragen werden, dienen. Zum heutigen Anlass präsentierte sich das BKK von seiner gastfreundlichsten Seite: Wolters Pilsener wurde ausgeschänkt, dieses auch noch im traditionellen Jägermeister-Trikot und die Tische waren zum Teil mit blau-gelben Luftschlangen geschmückt. Kein Wunder also, dass sich bei unserer Ankunft schon eine ordentliche Anzahl an Eintracht-Fans eingefunden hatte. Nicht nur jedem Freund des Braunschweiger Turn- und Sportvereins, sei bei einem Berlin-Aufenthalt ein Besuch dieser Lokalität wärmstens empfohlen.

Nachdem man sich im Kreise der Gleichgesinnten schon etwas warmgesungen und noch für ein anständiges Gemeinschaftsfoto posiert hatte, konnte der Weg zum Olympiastadion angetreten werden, schließlich galt es noch die Freunde die eigens für dieses Spiel angereist waren zu treffen. Dies erwies sich zum Teil allerdings schwieriger als erwartet, schließlich herrschte rund um das Stadion ein regelrechter Massenauflauf. Nicht weniger als 51.029 Zuschauer, darunter mindestens 10.000 Braunschweiger und zwei Cottbusser, wollten dem Duell dieser zwei Traditionsvereine beiwohnen. Schlussendlich gelang es uns dann doch noch alle bekannten Gesichter zu begrüßen, einige dieser Kontakte fielen allerdings viel zu knapp aus.

Berlin Nach teils chaotischen Verhältnissen beim Einlass ins Stadion, konnte man gute zehn Minuten vor Beginn der Partie die entsprechenden Plätze einnehmen. Die Stimmung im Gästeblock war bestens, ein nett anzuschauendes Lichter- und Fahnenmeer wurde zum Einlauf der Mannschaften präsentiert und gesanglich ging der Beginn recht deutlich an die Fans  aus der Löwenstadt.

Und das Team, heute ganz in Gelb gekleidet, legte ebenfalls los wie die Feuerwehr. Deniz Dogan hatte nach 5 Minuten im Anschluss an eine Kratz-Ecke bereits die erste gute Gelegenheit, doch sein akrobatischer Fallrückzieher zischte knapp über das Gehäuse. Danach fand das Spiel meistens im Mittelfeld statt, beide Teams erspielten sich keinerlei nennenswerte Torchancen, dafür nahm die Härte in den Zweikämpfen sukzessive zu. In der 34. Spielminute führte einer dieser Zweikämpfe zu einem Freistoss aus dem linken Halbfeld für Hertha BSC. Der bis dahin eher unauffällige Ronny zog aus gut 20 Metern ab, der Ball wurde von Domi Kumbela in der 2-Mann-Mauer leicht abgefälscht und Torwart Daniel Davari ließ den Ball unter seinen Armen im Tor einschlagen. 1:0 für den Favoriten, mit dem ersten ernstzunehmenden Torschuss. Doch die Eintracht antwortete: Im Anschluß an einen Kratz-Freistoss, war es Ermin Bicakcic, der nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeiköpfte. Halbzeit.

Berlin In Hälfte 2 erwischten dann die Berliner den deutlich besseren Start und bereits kurz nach Wiederanpfiff vergab Ronny völlig freistehend die Riesenchance zum 2:0. Doch knapp 10 Minuten später passierte es dann doch. Der BTSV verlor im Spielaufbau den Ball, dieser wurde nach vorn auf Adrian Ramos gespielt und der ließ auf der rechten Seite den viel zu früh verwarnten Deniz Dogan stehen und lupfte den Ball über Davaris Arm hinweg in die kurze Ecke. Das Spiel schien entschieden. Doch die Eintracht würde nicht so sensationell auf Tabellenplatz Zwei stehen, wenn sie sich in solchen Situationen mit einer Niederlage abfinden würde und so kämpften sich die Mannen von Coach Torsten Lieberknecht noch einmal zurück. In der 73. Minute spielte Norman Theuerkauf einen herllichen Pass in die Spitze, den der inzwischen eingewechselte OrhanAdemi perfekt mitnahm und somit allein vor Hertha-Keeper Kraft auftauchte – diesen aber direkt anschoss und somit auch diese gute Gelegenheit ungenutzt ließ. Keine drei Minuten später passierte dann, was an so einem glücklosen Tag dann eben passiert: Ronny drosch einen Freistoss aus zentraler Position vorbei an der schlecht gestellten Mauer zum 3:0 in die Maschen. Damit war das Spiel dann aber auch tatsächlich gelaufen. Aus insgesamt vier Torschüssen, hatte Hertha drei Tore gemacht. Die Eintracht aus ihren drei guten Gelegenheiten, keines. Solche Effektivität werden unsere Helden in Gelb und Blau aber in der nächsten Spielzeit auch an den Tag legen müssen, wollen sie, den Aufstieg jetzt einfach mal vorausgesetzt, in der 1. Bundesliga Schritt halten. Das Team wurde während der Schlussphase und auch direkt nach dem Spiel noch gebührend gefeiert, schließlich hatte man hier gegen den Ligaprimus, sowohl vom Kader als auch vom Etat her, verloren und der Abstand auf den Relegationsplatz betrug ja weiterhin großartige 10 Punkte.

Für uns ging es nach der Verabschiedung von einem Teil der Freunde noch einmal ins BKK. Diesmal in stärkerer Besetzung. Dort ließ man bei leckerstem Gerstennektar den Abend ausklingen, ehe am Dienstagmorgen der Wecker früh den Aufbruch gen Heimat einläutete und somit einen ereignisreichen Kurztrip beendete.

Vielen Dank noch einmal dafür, Cy.

eb

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Regensburg & Aalen

 

SSV Jahn Regensburg – Eintracht Braunschweig

15.02.2013, 2. Bundesliga, Jahnstadion, Endstand: 0:1

Regensburg Drei Mal umsteigen bis Regensburg in Leipzig, Chemnitz und Hof, weil wir günstig gebucht hatten, IC, RE und ALX – dieses ganz im Zeichen des Zweitligafußballs stehende Wochenende begann mit einem 7,5-stündigen Bahnmarathon. Denkt sich vielleicht die nichtsahnende Leserschaft, doch ich sage nur die berühmten drei Worte: Stadt, Land, Fußball. Ja, richtig gelesen, nicht Stadt, Land, Fluss, aber natürlich ist es dasselbe Spielprinzip. Kategorien sind: Verein national und international, Stadion, Spieler, Legende, Torwart, Trainer und, was besonders lustig sein kann, Verletzung und Grund für Rote Karte. Punkte gibt es 5 für Mehrfachnennung, 10 für einfache Nennung, 20 für alleinige Nennung eines Kategoriebegriffs. Dieses mein Valentinstaggeschenk ließ die Zeit im Flug vergehen und uns ein ums andere Mal diskutieren oder aber herzlich lachen, es sei hiermit wärmstens empfohlen. Ein internetfähiges Mobilgerät verkürzt den Disput, ob es nun einen Verein FC Jüntabog oder einen Spieler Xisco gibt ungemein, jedoch kann man auch durchaus ohne Technik zu einer Lösung kommen.

Nach Ankunft am Zielbahnhof des heutigen Tages marschierten wir stramm zum Spitalgarten, wo natürlich wieder übernachtet werden sollte. Dort trafen wir drei Eisenbahner die vier Autofahrer, die sich bereits den Bauch mit lecker Essen und frischem Spitalbräu gefüllt hatten, und es musste sogleich weiter zum Jahnstadion gehen, denn der Anpfiff rückte gefährlich näher. Halb zu Fuß, halb per Bus (die Fahrt ist nicht über das Ticket abgedeckt!) erreichten wir den Gästeeingang, und kaum waren gute Plätze inmitten der etwa 500 Mitgereisten gefunden erfolgte auch schon der Anpfiff. Einer hatte über Schiri Kampka herausgefunden, dass der den SSV Jahn Regensburg bereits in zehn Spielen gepfiffen hatte und der Gastgeber neun Mal gewann – eieiei.

Regensburg

Die Partie begann ohne großes Abtasten, und schnell wurde klar, dass der Tabellenletzte nichts zu verlieren hatte und druckvoll aufspielte. Der Gast aus Braunschweig hielt dagegen und versuchte seinerseits sein Spiel aufzuziehen, doch es ging bunt hin und her und es wurde das erwartet schwere Spiel auf schwerem Boden in nasskaltem Winterwetter. Etwas überraschend fiel dann schon in der 16. Minute das Tor des Tages. Neuzugang Elabdellaoui mit seiner dritten Torvorlage im dritten Spiel: langer Ball cross in den Strafraum, Kumbela nickt am langen Pfosten ein, Keeper Ochs kann nur hinterherschauen. Seltsamerweise wurde das Spiel für den Tabellenführer dadurch nicht einfacher, der Halbzeitpfiff war auf jeden Fall willkommen.
Was dann die zweiten 45 Minuten hergaben, möchte ich nicht zu ausführlich darlegen. Das Spiel wurde noch schlechter als vorher, allein Regensburg wurde besser, was auch die rot-weißen Fans unter den 6289 Anwesenden registrierten und akustisch honorierten. Je eine größere Chance auf jeder Seite sollten dann auch die Highlights bleiben, letztendlich konnte man dankbar die Punkte einstreichen und sollte nicht mehr zurückschauen – außer vielleicht um Herrn Kampka eine ordentliche Leistung zu attestieren.

Regensburg Im Anschluss an die Partie kehrten wir in einem nahe des Gästeeingangs direkt neben der Bischofshof Brauerei gelegenen Gasthaus ein. Leider war das Personal nicht gut auf uns zu sprechen, da gab es vor dem Spiel wohl unschöne Vorfälle, für die wir und einige andere Eintrachtfans nun in Sippenhaft genommen wurden. So war es ein kurzer Aufenthalt, und es ging weiter Richtung Innenstadt. Eigentlich wollten wir die zweite Halbzeit Wolfsburg-Bayern in der Heimat sehen, aber die scheint (zumindest vorübergehend) geschlossen zu haben. So entdeckten wir das Büro, eine ganz sympathische Musik- und Kickerkneipe mit zwei großen Bildschirmen. Sogleich nachdem der Bayern-Sieg perfekt war, begann ein Gratiskonzert mit der Band The Holy Kings – ein sauberer Abend war das. Einige nahmen mit dem Schankwirt des Spitalgartens noch einen Absacker, und dann war der Freitag auch schon wieder vorbei – schließlich stand für uns drei Fußballkultouris nach einem wunderbar deftigen Frühstück mit Osterei(!), Breze und Weißwurscht bereits um 8:27 Uhr die Weiterreise nach Aalen an.

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 VfR Aalen – Hertha BSC Berlin

16.02.2013, 2.Bundesliga, Scholz Arena, Endstand 0:1

Aalen Pünktlich gegen 11 Uhr kam der IC am Bahnsteig zum Halten, und einige in Nürnberg zugestiegene Herthaner, von denen einige um Viertel nach 3 Uhr morgens aufgestanden waren, verließen mit uns das Bahnhofsgebäude. Direkt auf dem Vorplatz dann eine Büste von Christian Friedrich Daniel Schubart, ein erstes Zeichen des in Aalen aufgewachsenen Komponisten und Journalisten, auf den vieles im Stadtgebiet verweist. Einer Straße, seinem Haus, einem Gymnasium, einer Apotheke, der Jugendherberge wurde sein Name gegeben, und es wird sogar ein Literaturpreis verliehen, der nach dem freiheitlichen Aufklärer benannt wurde. Ich erwähne das deshalb, weil wir auffälligerweise auf das meiste davon während des nur kurzen Aufenthalts gestoßen sind, denn eigentlich wollten wir nur kurz durch die Innenstadt und dann zum Stadion.

Aalen Unser Weg führte uns durch eine vielseitige City zur Stadtkirche, über den Markt in der FuZo zum Alten Rathaus und dann – es ging nicht anders – in das Gasthaus Alter Löwen in der Löwenstraße. An diesem Haus hing eine goldene Löwenfigur, und kurz vorher hatten wir an einem anderen Haus einen goldenen Bären bemerkt – genug Futter für den Aufstiegsaberglauben?! Berlin und Braunschweig, B & B, Dröpje voor Dröpje, K & K, Traum von Liga 1… Kopfkino eben. Zum Glück legte sich das wieder, nachdem wir in die Hinterstube gebeten wurden, wo die Nur-was-Trinker von den Essen-und-Trinkern separiert saßen und jeder von uns ein Aalener Löwenbräu Weißbier vor sich zu stehen hatte.

Nach angenehmem Schwatz mit der Wirtin und einem älteren Ehepaar (Er ist 1.FCN-interessiert) sowie der Lektüre der VfR-Sportbeilage der Schwäbischen Post (La Olaa, wegen Aalen) wurde der Weg zur Scholz Arena eingeschlagen, wo wir nach knapp 25 Minuten auch rechtzeitig ankamen. Es gab keine Einlasskontrolle, unfassbar. Der Gästeblock war gut gefüllt, und auch die Heimränge konnten sich sehen lassen. Wir hatten Stehplätze in Block Süd gebucht, das ist ebenerdig gelegen und vergleichbar mit einem Dorfsportplatz – nur die ersten beiden Reihen sehen etwas. Daher wichen wir durch das offene Tor auf Block E aus, wo genug Platz war. Insgesamt 8119 Zuschauer waren anwesend, positiv überrascht war ich von der Lautstärke der Aalener, die die Gäste akustisch gut im Griff hatten, das ist ja bei den Berlinern nicht immer so leicht. Ebenfalls überraschend war der Spielverlauf, denn die ersten 45 Minuten muss man objektiverweise an den VfR Aalen geben, die sich deutlich aktiver präsentierten und trotz kontrollierter Offensive ein Chancenplus verzeichnen konnten. Ein Tor gelang keinem Team, sodass zur Halbzeit die Null stand, beidseitig.

Aalen

Nach einer Bockwurst vom Grill konnte das Spiel weitergehen, und noch sah es so aus, als ob sich der Abstand zwischen Braunschweig und Hertha BSC vergrößern könnte, denn den Gästen gelangen jetzt zwar gute Spielzüge, aber Torgefahr kam nicht auf. Auch in der 76. Minute, als ein missglückter Kopfball eines Aaleners im eigenen Mittelfeld zur Vorlage für Berlins Ramos wurde, schien eigentlich alles geklärt nachdem ihn ein Abwehrspieler jenseits des Fünfers abgedrängt hatte, doch im Fallen quasi auf der Torauslinie bringt der Typ den Ball noch passgenau an Schlussmann Fejzic vorbei in die Mitte, wo Ndjeng nur noch abzustauben braucht.

Aalen Das nennt man wohl individuelle Klasse (wohlgemerkt nicht den Abstauber), kein Wunder also, dass sich 3/4 der Mannschaft bei Ramos einfand um zu gratulieren. Aalen warf nun alles nach vorne und kam tatsächlich gegen nicht immer sichere Berliner noch zu einigen guten Möglichkeiten, allein der Spielverlauf blieb einigermaßen auf den Kopf gestellt und der beste Aufsteiger konnte sich nicht für ein gutes Spiel belohnen. So entführte der Tabellenzweite alle drei Punkte in die Hauptstadt und ist dem Tabellenführer weiterhin dicht auf den Fersen. Wie das jetzt für Löwe und Bär weitergeht, bzw. bedeuten könnte, überlasse ich gerne euren Kopfkinos…

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Hertha – Dortmund

 

 Hertha BSC Berlin – Borussia Dortmund

18.02.2012, 1.Bundesliga, Olympiastadion, Endstand: 0:1

Berlin

 

Mittwoch kam die Anfrage, Mittwochabend waren Karten reserviert: Samstag sollte es also zur “Alten Dame” Hertha nach Berlin gehen. Gegner sollte der amtierende (und nach Lage der Dinge wohl auch kommende) Deutsche Meister aus Dortmund sein, dessen furioses Spiel muss man ja auch mal live gesehen haben, ließ ich mir sagen.

Am späten Vormittag setzte sich also ein KFZ in Bewegung und sollte erst bei der Autobahnabfahrt am Berliner Funkturm zum Stehen kommen – und zwar im Stau. Kurz wurde überlegt, den Wagen irgendwo am ICC abzustellen und mit der S-Bahn zu fahren, aber aus Ungewissheit, ob nun die S-Bahnen fahren oder nicht (Streik), blieben wir stur und tankten uns geduldig bis zum Olympiastadion durch.

Berlin In einer der zahlreichen engen Seitenstraßen fanden wir endlich einen Parkplatz, der kostenlos und sicher vor Knöllchen war – diese Kombination scheint in Berlin in näherer Umgebung des Stadions nicht oft vorzukommen. Außer man reist vielleicht 3 Stunden vor Spielbeginn an… Als wir dann auf dem Stadionvorplatz standen, wurde auch klar, warum das so ist. 75.000 Menschen und ihre PKW auf einem Haufen benötigen einfach auch eine Menge Platz.

Dann wurden die Karten abgeholt und nach einem überraschend kurzen Anstehen an einer der zahlreichen Kassen ging es auf das üppige Gelände. Direkt neben dem Stadion befindet sich das Olympia-Schwimmstadion, das, wie auch alle anderen Bauten auf dem Gelände, immer noch einen unwohligen deutschnationalen Hauch verströmt.

Im Innenrund stellten wir dann fest, dass die Dortmunder Anhänger beinahe die Hälfte der Zuschauer stellte – zumindest auf den ersten Blick, in einigen Blöcken saß man natürlich gemischt. Aber auch akustisch bestätigte sich der Eindruck.
Die erste Hälfte war geprägt vom Dortmunder Offensivfußball, Hertha BSC hielt so gut es ging dagegen und gestattete den favorisierten Gästen nur relativ wenige Chancen, von denen so 2-3 auch nur in höchster Not geklärt werden konnten. Dennoch war die Überlegenheit des BVB nicht so drückend wie erwartet. So ging es mit 0:0 in die Pause.

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste endete, doch bald legten die Gastgeber eine Schippe drauf und spielten nun munter mit. Borussia Dortmund ließ nun etwas nach, und prompt ergaben sich Räume und Chancen für die Berliner. Innerhalb weniger Minuten hatten sie mit fast identischen Kontern zwei Mal die Chance zur Führung, jedoch sollte es nicht sein. Und dann, wie aus heiterem Himmel, fiel der Treffer für die Gäste aus einem Hin und Her im Berliner Strafraum, wie sich später herausstellen sollte per Fallrückzieher aus sehr spitzem Winkel. Damit war das Thema dann auch durch und das 0:1 sollte der Endstand sein. Eigentlich wäre aber über das gesamte Spiel gesehen eine Punkteteilung das gerechtere Ergebnis gewesen.

Berlin Nach dem Spiel begaben wir uns zum Ausgang Südtor, wo sich ein bemerkenswerter Bier- und Wurststand vor der Gaststätte am Olympiastadion befindet. Hier fertigen ein hektischer Mittvierziger und sein gemächlicher Vater(?) die anstehenden Massen ab. Während der ältere Herr in Ruhe die antialkoholischen Getränke ausschenkt, schenkt der jüngere Bier aus, legt Bratwürste und Schrippen auf den Grill, holt Nachschub, dreht Bratwürste, bringt leere Kisten weg, serviert Bratwürste und kassiert ab. Und das in einem Tempo, das zumindest ich noch nirgendwo gesehen habe. Äußerst infarktverdächtig… aber interessant anzuschauen.

Letzteres gilt auch für die Dortmunder Fans, die es nicht lassen konnten, sich in die wartenden, analysierenden oder frustrierten BSC-Fans zu drängen. Einige daraus resultierende Scharmützel konnten zwei szenekundige Beamte schlichten, einige erledigten sich per Recht des Stärkeren, und nur wenige wurden durch vernünftigen Rückzug der Gästefans gerade noch vermieden.
Nun zahlte sich auch der Verzicht auf die S-Bahn aus, denn an der Haltestelle stand eine laaaange Schlange, die sicher noch nicht aufgelöst war als wir schon wieder Richtung Autobahn fuhren.

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