Meldorf, Cuxhaven, Braunschweig

 

Ein fußballerisches 3-Gänge-Menü

 

Spotlight: TuRa Meldorf Bildergebnis für tura meldorf

27.08.2015, Stadion an der Promenade, Meldorf

Rot-Weiß Cuxhaven Rot-Weiß Cuxhaven – VfL Stade VfL Stade

28.08.2015, Bezirksliga Lüneburg 4, Kampfbahn Cuxhaven, Endstand: 1:0

Bildergebnis für eintracht braunschweig Eintracht Braunschweig – Karlsruher SC Bildergebnis für ksc logo

30.08.2015, 2. Bundesliga, Eintracht-Stadion, Endstand 6:0

 

Vorspeise: Meldorfer Appetithappen

Viel hat sich getan seit unserem letzten Besuch in Meldorf. Der Turn- und Rasensportverein hat die komplette Anlage überarbeiten lassen – und schreckte dabei nicht vor einigen baulichen Veränderungen zurück. Was letztlich dabei herausgekommen ist,  seht ihr in unserer Galerie (nur ein paar Zeilen weiter unten). Zum Vergleich haben wir nachstehend noch unseren alten Bericht verlinkt.

Links
TuRa Meldorf
Bericht Meldorf – Lübeck 2013

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Hauptgang: Cuxhavener Spezialitäten, rot-weiß

Cuxhaven Mit der neuen alten Fährverbindung von Brunsbüttel nach Cuxhaven wurde am nächsten Tag erfolgreich übergesetzt, für schlappe 5,- Euro. Nach einem kurzen Rundgang durch die Hafengebiete traf ich bald darauf meine Gastgeberin, mit der ich ja nun gerade noch in Norwegen war. Cuxhaven ist zwar nicht Oslo, hat aber auch einiges zu bieten. So zum Beispiel das Bierlokal Sturmflut am Helgolandanleger, wo Gerüchten zufolge der einstige Sous Chef von Tim Mälzer kochen soll. Der Fischteller war jedenfalls sehr gut. Obendrein gibt es hier eine regionale Schnapssorte namens “Sturmfeuer” zu erwerben, die man ähnlich wie Sambuca trinkt: Anzünden, mit Bierdeckel löschen und dann nicht zu langsam in drei Zügen austrinken – und mit jedem Zug soll sich ein anderer Geschmack einstellen. Mal sehen.

Cuxhaven

Das nach britischer Art mitten im Wohngebiet gelegene Stadion, die Kampfbahn, war fußläufig zu erreichen, und gerade als wir unsere Fotorunde beendet hatten, ging es auch schon los mit dem Nordschlager. Auf Einlaufformalitäten wurde gänzlich verzichtet, die Teams nahmen direkt ihre Hälften ein und los ging es. Eine unterhaltsame erste Hälfte ohne ganz große Chancen auf beiden Seiten ging wegen einer längeren Verletzungsunterbrechung mit ordentlich Nachspielzeit zu Ende, wobei die Gastgeber mehr für das Spiel taten, sich aber noch nicht belohnen konnten.

Cuxhaven Nach Wiederbeginn agierte der VfL dann druckvoller und bekam die größte Chance auf dem Silbertablett serviert. Während einer Druckphase war Rot-Weiß am Strafraum eingeschnürt und in einem Zweikampf bekam ein Verteidiger im Fallen den Ball aus kürzester Distanz an die Hand, was der Schiri, vielleicht durch die Zurufe mehrerer Gästespieler genötigt, einigermaßen spät pfiff und als Strafstoß bewertete. Jedoch schoss Heidtmann knapp neben den linken Pfosten, der Keeper hätte ihn wohl nicht gehabt, obwohl er die Ecke ahnte. nun wurde es noch munterer. Cuxhaven holte sich innerhalb von 10 Minuten (59.-69.) 3 gelbe Karten ab, und das Spiel war jetzt völlig unberechenbar – selbst als Buschbeck für Rot-Weiß der nicht unverdiente Führungstreffer gelang (74.), war die Messe noch nicht gelesen. Doch alles Aufbäumen brachte keinen Torerfolg mehr für Stade, die Cuxhaven am 4. Spieltag in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen mussten.

Neuwerk Der folgende Tag hielt einen Ausflug nach Neuwerk bereit, und zwar völlig altersgerecht mit dem Pferdewagen. Knapp 5 Stunden reichen vollkommen aus, um die Insel zu erwandern, Gastronomie kann man an einer Hand abzählen und die Bewohner bekämen höchstwahrscheinlich nur zwei Fußballmannschaften zusammen, wenn man diese gemischtgeschlechtlich und ohne Altersgrenzen zusammenstellt. Der Ausblick vom Leuchtturm ist sehr schön, und auch die Salzwiesen sind einen Anblick wert. Es gibt neben “richtigen” Unterkünften auch ein Heuhotel, und wenn man länger bleiben möchte, kann man nach telefonischer Anmeldung beim Vogelwart auch zur Vogelinsel Scharhörn wattwandern. Zurück nach Cuxhaven nahmen wir das Schiff, denn wir wollten noch etwas durch den Ort radeln. Ein Kneipenabend in Meeresnähe rundete den Tag dann ab und gehört natürlich zweifelsfrei zu den besseren Schlusspunkten eines Besuchs hier.

Links
Rot-Weiß Cuxhaven
VfL Stade
Cuxhaven (Wikipedia)
Kugelbake (Wikipedia)
Windsemaphor (Wikipedia)
Insel Neuwerk (Wikipedia)

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Nachspeise: Traum-Tor(t)e Lieberknecht mit Sahne

Sonntag um 8 Uhr ging der Zug nach BS, schließlich stand heute das Heimspiel gegen den KSC an. Und natürlich gab es Zugverspätung, sodass ich später als geplant in Braunschwig ankam. Aber mit Taxi und Umweg über Zuhause zum Gepäckabladen stand ich exakt 12 Minuten vor Anpfiff im Block. Und dann so ein Torfestival! Sechs Buden, darunter Berggreen mit der Hacke (oder wie man seit dem Tor des Den Haager Keepers sagt: “Met de Hak!”) sowie per direktem Freistoß,  dazu Pfitzner, eben 31 geworden, mit einem Hammer-Fallrückzieher. An diesem Tag klappte beim BTSV einfach alles, und es wurde erfolgreich Revanche genommen für das 7:0 in Karlsruhe vor einigen Jahren. Doch lassen wir Bild und Ton nach Abpfiff sprechen:

Links
Eintracht Braunschweig
Karlsruher SC

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Leipzig und Halle

 

Ein Winterausflug nach Leipzig und Halle

 

Tag 1

Spotlight: Leipzig

07.12.2012, Bruno-Plache-Stadion

Leipzig Direkt nach der Arbeit ging es mit kleinem Gepäck zum Bahnhof, wo sich die dreiköpfige Fußballkultour-Reisegruppe traf und bald darauf den 25minütig verspäteten IC bestieg. Zum Glück war es eine Direktverbindung nach Leipzig, sodass kein Anschluss verpasst wurde. Ab Halle waren wir dann nur noch zwei, da die Herzdame des anderen Fußballkultourreisenden dort ihren Cousin besuchte. Trotz kurzfristiger Absage der Partie Lok Leipzig – VFC Plauen wegen Wintereinbruchs entschieden wir uns, das Bruno-Plache-Stadion wie geplant zu besichtigen. Vorher stand jedoch noch das Völkerschlachtdenkmal auf dem Zettel, das wir mit der City-Funktion unseres Bahntickets per Tram erreichten.

Wenn man sich diesem Monument nähert, kommt unweigerlich so ein “Herr-der-Ringe-Gefühl” auf. Mächtig und beeindruckend ist das Ding, leider hatte es schon geschlossen als wir ankamen, dazu wird es noch saniert. Trotzdem konnte man auf den ersten Balkon gelangen, von wo aus der Blick über Leipzig schon okay ist. Höher ging es dann nicht, und auch das Innere sollte für uns tabu bleiben. Zu Fuß ging es dann durch die Kälte in Richtung Stadion, der Marsch geriet aber weiter als gedacht, sah die Strecke bei Google Maps doch irgendwie kürzer aus. Zuerst näherten wir uns von der Rückseite aus, hier war absolut tote Hose.

Leipzig Am Haupteingang der Heimstätte des 1.FC Lokomotive Leipzig stand dann aber doch ein Tor offen, sodass wir einen Blick auf das nachtschwarze Stadionrund werfen konnten. Leider war es für alle mitgeführten Kameras zu dunkel, sodass wir das Gesehene nicht weitergeben können. In der Vereinsgaststätte wurde auch zugemacht, und auch rein zeitlich war es nun angesagt, in die City zu kommen, da wir dort noch einen wenigstens kurzen Eindruck gewinnen wollten. Daher  verzichteten wir auf eine Verkostung im nahegelegenen Brauhaus Napoleon.

Leipzig Auf Grund des sich durch weite Teile der Innenstadt ziehenden Weihnachtsmarkts war es schwer, die Orientierung und Übersicht zu behalten. Die Zeit bis zur Weiterfahrt nach Halle wurde auch immer knapper, und es kam leichte Hektik auf – zumal wir eigentlich mindestens die Nikolaikirche und Auerbachs Keller in der Planung hatten. Ich weiß nicht wie, aber trotz der seltsamen Wegbeschreibung eines Taxifahrers und einer spärlichen Ausschilderung der Sehenswürdigkeiten standen wir nach etwas herumirren plötzlich vor dem durch Goethes Faust I zu Bekanntheit gelangtem Restaurant.

Wenige Meter weiter gelang es uns dann auch, wenigstens noch einen Blick auf die Nikolaikirche zu erhaschen. Dann ab zum Bahnhof, Ticket gekauft (Super Sache, der MDV), rein in den Zug und ab nach Halle, wo wir zuerst in der DOMotel Pension eincheckten – ein sicherer und sauberer Tip für 44,80 Euro das Zweibettzimmer. Leider haben wir das gerühmte Frühstück nicht dazugebucht. Den restlichen Abend verbrachten wir auf einer Party des oben erwähnten Cousins im Unikum, zu der wir eingeladen waren.  Nochmals herzlichen Dank und beste Grüße!

 

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Tag 2

Hallescher FC – Karlsruher SC

08.12.2012, 3. Liga, Erdgas Sportpark, Endstand: 0:2

Halle/Saale Gegen 10 Uhr brachen wir auf, um die Innenstadt zu erkunden. Eine längere Straßenbahnfahrt wurde uns jedoch verwehrt, weil die Bahntickets nur in der Bahn, und zwar mit Geldkarte (haben wir noch nie genutzt), gelöst werden konnten. Zu Fuß war aber auch schön und gar nicht so weit.

Erstes Ziel war der Marktplatz. In der Nähe fanden wir ein Café mit Frühstücksmöglichkeit, sodass wir uns gestärkt an einige Sehenswürdigkeiten machen konnten. Die Ausschilderung derselben war übrigens hier in Halle ausführlicher als in Leipzig und sogar mit Entfernungsangaben versehen. Zuerst erstanden wir aber noch Tickets für das Spiel nachher im nahegelegenen Ticket-Center.

Halle/Saale Zunächst besuchten wir Händels Geburts- und Wohnhaus, in dem auch eine Sammlung von Musikinstrumenten ausgestellt wird, danach nahmen wir den von der Bauweise sehr interessanten Dom in Augenschein. Direkt davor befindet sich ein Brunnen, den der Bildhauer Brühmann “Lebenskreis” nennt. Zwei Männer und zwei Frauen außen, jeweils jung und alt. Mittig steht eine Mutter mit Kind auf dem Arm, hinter ihr der Tod. Vom Auftrag zu DDR-Zeiten bis zur Übergabe an die Stadt im Oktober 2012 hat es 17 Jahre gedauert. Hier ein Video, ab 0:50 bekommt man einen guten Eindruck. Weiter führte der Weg zur Moritzburg und zum Salinenmuseum an der Saale, wo noch bis weit in die 1960er Jahre hinein Salz produziert wurde. Die sogenannten Salzwirker nannten sich Halloren, vielen wird der Begriff aber eher in Bezug auf die bekannte Schokolade etwas sagen.

Allmählich wurde es dann Zeit, endlich Fußball zu sehen. Mittlerweile kannten wir ja seit Kaiserslautern die Bezahlkarte, sodass wir hier beinahe schon routiniert zu Werke gingen und mit einem wärmenden, angenehm unsüßen Glühwein rechtzeitig die Badkurve erklommen. Am Aufgang wurden schwarze Müllsäcke zum Überziehen verteilt, damit sollte die Kurve in Traueranzügen präsentiert werden. Wir machten natürlich mit! 6162 Zahlende waren trotz Wintereinbruchs gekommen, um die Partie des abstiegsbedrohten Aufsteigers gegen den Absteiger und Aufstiegsaspiranten der Stunde zu sehen. In den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden kam außer Raunen und Stöhnen nicht viel von den Rängen, der Grund dürfte ja hinreichend bekannt sein.

Halle/Saale

Auf dem Platz allerdings ließ man sich davon nicht beirren. Der Hallesche FC begann munter, jedoch übernahm der KSC bald das Heft des Handelns. Und kurz vor Ablauf der Schweigezeit, als beide Fanlager schon beide schöne Choreographien präsentiert hatten (siehe Fotos unten), gelang Calhanoglu per Freistoß und durch einen Patzer von HFC-Keeper Horvat das frühe 0:1. Das spielte dem spielerisch überlegenen Karlsruher SC natürlich in die Karten, und so blieb es bis zur Pause dabei – von den Gastgebern kam nicht viel, zuviele Fehler im Aufbau ergaben eher Ballverluste als Chancen. Die Pause ersehnt haben dürfte auch Schiri Gagelmann. Den hatten die Heimfans schnell auf dem Kieker, wobei nicht alle monierten Pfiffe falsch waren, einige aber sowas von offensichtlich, dass ich es ungewöhnlich fand, wie lange sich die Fans mit Verunglimpfungen des Unparteiischen zurückhielten.

Halle/Saale In der zweiten Spielhälfte ein ähnliches Bild. Halle die ersten Minuten forsch, aber der KSC erhöht nach feinem Zuspiel auf Van der Biezen auf 2:0 (55.). Zwar gab der Liganeuling nicht auf, war aber kaum in der Lage, so etwas wie Gefahr zu erzeugen, außer mal bei Standards. Viele einfache Fehler, sei es in Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung, da wird der KSC sicher dankbar gewesen sein für so einen einfachen Sieg. Irgendwann war ein Klassenunterschied dann auch zu erkennen, Karlsruhe entweder zu stark für Liga 3 oder Halle zu schwach für dieselbe… Man wird es Ende der Saison sehen. Auch Gagelmann blieb seiner “Linie”, wenn man es denn so nennen kann, treu, allerdings wäre das Spiel wahrscheinlich auch mit einem anderen Referee kaum anders ausgegangen.

Halle/Saale Die Rückgabe der Verzehrkarte gestaltete sich reibungslos, und die restliche Zeit bis zur Abreise verbrachten wir noch auf dem Weihnachtsmarkt, wo sich auch viele HFC-Fans einfanden. So erfuhren wir, warum der Rote Turm den Bremer Roland übertrumpft und woher er wahrscheinlich auch den Namen hat, denn davor wurde das Blutgericht verübt, und die roten Spritzer am Mauerwerk sollen den Namen begründet haben. Zudem ist in ihm das zweitgrößte Glockenspiel/Carillon der Welt untergebracht (76 Glocken), und wenn die Uhr schlägt, klingt es wie Big Ben, was wohl bei englischen Touristen mindestens Kopfschütteln auslöst.

Dann war es soweit, auch diese Reise musste enden. Die Verabschiedung von Herzdame und Cousin erfolgte, die Zugreise verlief ohne interessante Zwischenfälle, und mindestens eine vorgefasste Meinung über Halle musste revidiert werden. An dieser Stelle noch einen abschließenden Gruß in die Stadt der fünf Türme, bis nächstes Jahr! Sage ich jetzt einfach mal…

 

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