Prag (CZE)

 

 FK Viktoria Žižkov – FC Zenit Cáslav

10.10.2010, Druha Liga, Stadion Viktoria, Endstand: 0:1

Vorspiel

Prag Als Anfang des Jahres das Gerücht aufkam, dass die Boston Bruins die NHL-Saison 2010/11 in Europa eröffnen würden, war schnell klar, dass dies nicht ohne uns geschehen darf – egal wo diese Eröffnung stattfinden soll. Als im Frühjahr auch noch Prag als Spielort festgelegt wurde, gab es quasi kein Halten mehr und gleich am ersten Tag der Vorverkaufsphase wurden in Tschechien Tickets geordert. 2 Tage später kam auch schon die Bestätigung via e-mail, dass man sich freuen würde uns zu beiden Spielen der Bruins gegen die Phoenix Coyotes in der o2-Arena begrüßen zu dürfen. Vielen Dank!

Als Domizil für den Reisezeitraum vom 08.10. – 11.10. wurde das Little Town Hotel gebucht, welches mit knapp 30,-€ pro Nacht sicherlich nicht zu den günstigsten Unterkünften zählt, dafür aber im Preis-/Leistungsverhältnis kaum zu schlagen sein dürfte. Immerhin sollten wir für diesen Preis ein 2 Etagen-Appartement mit feinstem Parkett beziehen.

Tickets und Unterkunft waren also klar, sodass es nur noch darum ging An- und Abreise, sowie ein lohnendes Rahmenprogramm zu organisieren. Als Verkehrsmittel einigte man sich schnell auf die Bahn, welche ja auch bekanntlich ihr attraktives Europa-Spezial-Ticket in das an Deutschland angrenzende Ausland anbietet. Da man dieses Ticket aber leider nicht zu früh buchen darf, sich aber auch nicht zu spät kümmern sollte und somit eigentlich ziemlich unklar ist, wann denn nun eigentlich der richtige Zeitpunkt ist, wurde dieser auch hauchdünn verpasst und lediglich die Rückfahrt zum Schnäppchenpreis gebucht. Für die Anreise kam nur noch ein Ticket von Dresden nach Prag in Frage und für die Fahrt ins sächsische „Elbflorenz“ sollte es eine günstige Mitfahrgelegenheit tun.

Im Laufe der Wochen entwickelte sich dann auch das Rahmenprogramm, was bei genauerer Betrachtung diesen Namen nicht wirklich verdient hat. Denn anfängliche Verärgerung über ein spielfreies Wochenende in Tschechiens höchster Fussballliga, wich schnell der Freude darüber, dass dies aufgrund der Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 geschehen sollte – Tschechien vs. Schottland, am 08.10. um 20:30 Uhr in der Synot Tip Arena in Prag – besser gehts nicht! Allein die Vorstellung ziemlich genau 13 Monate nach unserem Besuch in Schottland, diese Fans in einem solchen Rahmen mitzuerleben, ließ mein Herz höher schlagen.

Für Sonntag Vormittag fand sich dazu noch ein Schmankerl: Denn die Druha Liga, Tschechiens zweithöchste Spielklasse, machte keine Länderspielpause und der FK Viktoria aus Prags Stadtteil Žižkov sollte um 10:15 Uhr den FC Zenit Cáslav empfangen. Beide Termine würden sich also nicht mit den Bruins-Spielen überschneiden – hervorragend.

Freitag, 08.10

Prag Da meine Hausbank sich in den letzten Tagen nicht im Stande sah, mir einen mittleren dreistelligen Euro-Betrag in Tschechische Kronen zu wechseln, begann der Abfahrtstag damit, in der Innenstadt noch Geld zu tauschen. Mir wurde dafür eine „Reisebank“ ans Herz gelegt, die mir nach vorheriger telefonischer Anfrage einen möglichen Tausch auch bestätigte. Doch mit Tausch hatte die folgende Transaktion wenig zu tun und auch auf dem Beleg wurde ein „Verkauf“ vermerkt – und ich fühlte mich verkauft: Nicht weniger als 10% des gesamten Betrages (!!) wurden als Gebühr einbehalten. Unfassbar.

Doch viel Zeit zum lamentieren blieb nicht, da uns schon um 13 Uhr unsere Mitfahrgelegenheit am Eintracht-Stadion (was für ein passender Startpunkt!) abholen wollte. Da der Fahrer ein waschechter Sachse war, der schon häufiger von BS nach Dresden und umgekehrt gefahren war, bestätigte er mir nochmals, dass wir uns keine Sorgen machen müssten den Zug in Dresden nicht zu erreichen – immerhin hätten wir ja noch über 4 Stunden Zeit und er hätte neulich lediglich 2,5 Std. gebraucht. Soweit, so gut. Bis ca. 30km vor Dresden schien der Plan auch aufzugehen. Vereinzelte Baustellen und leicht stockender Verkehr – mehr nicht. Doch für das letzte Stück benötigten wir allein 1,5 Stunden, dem Dresdner Feierabendverkehr sei Dank. So kam es, wie es kommen musste. Mit 2 Minuten Verspätung kamen wir am Bahnhof an – die Bahn war aber leider ausnahmsweise pünktlich. Die Dame mittleren Alters an der Info vertröstete uns mit der Aussicht doch in 2 Stunden den nächsten Zug nehmen zu können, kassierte noch jeweils 15,-€ Umbuchungsgebühr und wünschte uns einen schönen Abend. Na herzlichen Dank, gute Frau!

Durch die zweistündige Verspätung hatte sich das Thema EM-Quali mit einem Schlag erledigt. Dieser Tiefschlag und die finanziellen Mehrausgaben im Laufe des Tages sorgten für zwei betretene Mienen. Doch waren wir keineswegs gewillt, uns so unser Prag-Wochenende vermiesen zu lassen. Also wurde sich gegenüber des HBFs ‘ne frische Frikadelle in frischem Brötchen geholt und dazu ein köstliches Wolters Premium aufgemacht und die Laus auf der Leber einfach runtergespült. Um kurz nach 19 Uhr ging dann endlich der Zug Richtung Prag.

Nach der Ankunft in Tschechiens Hauptstadt wurde schleunigst die Metro aufgesucht, die uns auch für günstige 40 Cent in Richtung unseres Hotels brachte. Dort angekommen hatte Vasek, unser „Mr.Nightshift“ an der Rezeption, kaum das Übliche über Verhalten und Umgang im Ho(s)tel erklärt, als er auch schon über den Ausgang der EM-Qualifikationsspiele ausgefragt wurde: Tschechien hatte Schottland 1:0 geschlagen und Deutschland die Türken 3:0 besiegt – mehr brauchten wir nicht zu wissen. Es ging direkt aufs Zimmer, die Rucksäcke wurden abgestellt und eine Dusche und ein tschechisches Pils später machten wir uns auch schon auf den kurzen Weg Richtung „Jo’s Bar“, einem kleinen, gemütlichen Pub, der nur wenige Schritte die Strasse hinunter lag. Da hier aber noch nicht soviel los war, ging es noch weiter zur Karlsbrücke und dem Altstadtmarkt. Auf dem Weg kamen uns hordenweise Schotten in landesüblicher Tracht entgegen, deren Stimmung – wenig überraschend bei dem Ergebnis – nicht sonderlich gut war und ich hatte schon die Befürchtung, dass aus einem „schottischen Abend“ nichts mehr werden würde. Doch nach unserer Rückkehr von dem kleinen Stadtrundgang war „Jo’s Bar“ deutlich besser besucht und auch die dort anwesende „Tartan Army“ hatte die bösen Mienen abgelegt.

Ich nutzte die lockere Atmosphäre in der Bar, trotz heftiger Bedenken meines Mitreisenden, um einige der Schotten ins Gespräch zu verwickeln und diese zeigten doch ehrliches Interesse an den Hintergründen, warum ich denn als Deutscher eine Jacke der „Scottish Football Association“ tragen würde und mich im schottischen Fussball so gut auskenne. Anm. des Verfassers: Als weiterer „Eisbrecher“ diente auch die offen bekundete gemeinsame Abneigung gegen die großen Clubs Glasgows! ;-) So wurden noch einige interessante Geschichten ausgetauscht und andere kleine geschrieben (diese können bei Interesse gerne persönlich erfragt werden). Gegen 2:30 Uhr zollten dann aber Anreise und mittlerweile stark gestiegener Alkoholpegel ihren Tribut und da man ja den Samstag nicht vollständig verschlafen wollte, trennte man sich freundschaftlich voneinander … natürlich in der Hoffnung sich eventuell doch noch bei der EURO 2012 wiederzusehen.

Samstag, 09.10.

Gegen 11 Uhr wurde die Nacht beendet und ein erster Blick aus dem Fenster geworfen: Strahlender Sonnenschein und um die 16°C – es hätte alles wunderbar sein können…aber dieser verflixte Schädel! Nicht unbedingt die Menge an Bier, wohl aber doch ihre Vielfältigkeit (4–5 versch. Sorten) im Laufe des Tages, hatten ihre Spur hinterlassen und so dauerte es doch noch ca. 2,5 Stunden bis man sich endlich aus dem Ho(s)tel wagte.

Der erste Weg führte zur Metro-Station, um sich ein kostengünstiges 3-Tages-Ticket zu besorgen und im Anschluss ging es primär um Nahrungsaufnahme. Beides war dringend nötig, sorgte aber für weitere Verzögerung im Tagesplan. Das NHL-Spiel stand zwar erst um 18 Uhr auf dem Programm, dennoch hatte ich für den Samstag mindestens 4 Stadien zum „spotten“ ausgesucht und man musste ja auch noch die Anreise zur 02-Arena nach Prag-Liben mit einrechnen. Hetzen ist aber an so einem wunderschönen Tag nicht angesagt und so entschieden wir zumindest den Stadien von Dukla und Sparta einen Besuch abzustatten und dann weiterzusehen.

Vom Malostranské námìstí, an dem sich auch unsere Unterkunft befindet, ging es mit den Tram- Linien 20 und 8 in nördlicher Richtung zum Stadion Julisca (Na Julisce), der Spielstätte von Dukla Prag. Von der Endhaltestelle der Linie 8, Podbaba, sind es gemütliche 5 Min. Fußmarsch bis zum Ground. Da am heutigen Tag eine Jugend-Leichtathletikveranstaltung stattfand, standen Tür und Tor offen, um gratis und ohne weitere körperliche Anstrengungen hinein zu gelangen. Es wurden die üblichen Fotos geschossen und schon konnte man sich wieder auf den Weg machen. Wir nutzten erneut die Linie 8, um in unmittelbarer Nähe der Generali Arena (ehemals Létná), der Spielstätte von Sparta Prag, aussteigen zu können.

Leider sollten uns hier nur Außenaufnahmen vergönnt sein, da das Stadion komplett verschlossen war und der einzige Zugang von einem alten Tschechen bewacht wurde, der sich trotz freundlichen Bittens nicht erweichen ließ, uns ein paar Fotos schießen zu lassen. Dies ist umso bedauerlicher, da der Tschechische Fussballverband überlegt die Arena abzureißen und in nicht allzu ferner Zukunft dort ein neues Nationalstadion mit 40.000 Plätzen zu errichten. Logische Konsequenz: Ich muss vor dem Abriss noch einmal wiederkommen und dem alt ehrwürdigen Stadion (mit interessanter und bewegter Geschichte) einen Besuch zu einem Pflichtspiel abstatten (Planung läuft …). Nach diesem erneuten Rückschlag, fehlten ausreichend Zeit und ein Stück weit Motivation, um noch zu den anderen beiden Stadien zu fahren und so entschlossen wir uns noch etwas Verpflegung zu besorgen und uns in unserem Domizil entsprechend entspannt auf das Großereignis NHLSaisonauftakt vorzubereiten.

Prag Mit den Metro-Linien A und B ging es dann zur o2-Arena, allerdings war die Anfahrt nicht ganz so entspannt wie gedacht, da sich scheinbar die Mehrzahl der knapp über 15.000 Zuschauer zur selben Zeit auf den Weg gemacht hatten. Überfüllte U-Bahnen haben nur stark begrenzten Charme! Entschädigt wurden wir dann aber an der Arena. Bier (0.5l) für umgerechnet 1,30 € und Zuschauer/Fans aus vielen Teilen der Welt machten schon den Vorplatz zu einem einzigen Volksfest. Trotz des Andrangs an den Eingängen erreichten wir unsere Plätze dann ca. 20 Minuten vor Spielbeginn. Die Show rund um das Spiel war typisch amerikanisch, aber gelungen und die Vorfreude stieg von Minute zu Minute. Die 140 mitgereisten Bruins-Fans aus den Staaten versuchten die Halle dann während des Spiels etwas zu „wecken“, doch so richtige Eishockey- Stimmung wollte leider nicht aufkommen. Dies änderte sich erst zum letzten Drittel. Die Boston Bruins lagen schon recht hoffnungslos mit 0:4 hinten, doch plötzlich ging ein Ruck durch all die Tschechen, Österreicher, Deutschen etc. und „Black and Gold“ wurde noch einmal ordentlich angefeuert. Am Ende stand ein schmerzliches 2:5 für die Phoenix Coyotes – aber am Sonntag sollte ja noch eine Chance zur Revanche bestehen.

Prag Der Rest des Abends sollte relativ ruhig verbracht werden, da ja am Sonntag Vormittag das Zweitligaspiel auf dem Programm stand und so wurden noch ein paar Pils verhaftet und einige Zeit unterhaltsam diskutierend bei Vasek im Büro verbracht – es lebe die Völkerverständigung.

Sonntag, 10.10.

Der frühe Vogel fängt den Wurm und fährt dann nach Žižkov zum Stadion am Fernsehturm! Für mehr lyrische Feinkost dieser Güte sollte zu unchristlicher Zeit um 8:30 Uhr kein Platz sein, denn traditionell bereits um 10:15 Uhr sollte der Kick-off im Viktoria-Stadion erfolgen und so blieb nur für das Nötigste Zeit, bevor es mit Tram Nr. 22 und 9 zum Ground ging. Pünktlich zum Anpfiff passierten wir das Stadiontor und nahmen für bezahlbare 3,20 € auf der Haupttribüne Platz. Festhalten: Für insgesamt 1,10 € gab es noch ein Bier (natürlich 0,5l) und das Stadionmagazin dazu. Fussballfan was willst du mehr? 1417 zahlende Zuschauer verfolgten das Spiel des Tabellenvierten Viktoria Žižkov gegen den 14. Zenit Cáslav, unter ihnen auch eine ganze Menge Schotten, die Zaunfahnen angebracht hatten und mehrheitlich auch wieder in Landestracht aufmarschiert waren. Stimmungstechnisch war im Stadion zuerst nicht viel los, lediglich 3 der 5 gezählten Gästefans machten ordentlich Rabatz. Doch nachdem das Spiel etwas an Fahrt aufgenommen hatte, kam auch von den Viktoria-Fans zumindest mal ein Tribünen-Wechselgesang a la „Viktoria“…“Žižžžžžkov!“ Ansonsten beschränkten sich die Heimanhänger auf den leider mittlerweile scheinbar überall üblichen „Ultra“-Singsang – ausgenommen einiger Haupttribünen-Originale, die kettenrauchend, mehrfach lautstark den jungen Spielern auf dem Platz ihre Meinungen um die Ohren warfen.

Prag Zum Spiel: Viktoria-Coach Martin Folpit musste auf seinen Stammtorhüter Tomas Vaclik verzichten und so kam der 10 Jahre ältere Stepan Kolar zum Einsatz, der seine Sache aber sehr ordentlich machte. Ansonsten gab es keine Veränderungen im Team, dass in der vorherigen Woche immerhin ein 3:3-Unentschieden beim Mitaufstiegsaspiranten Jihlava erkämpfte. So gehörten die ersten gut 30 Minuten auch den Gastgebern, die zwar optisch überlegen spielten, aber zu selten den Abschluss suchten, obwohl mit Michal Barta ein Mann im Zenit-Tor stand, dessen größter Feind auf dem Platz scheinbar der Ball war. Der wurde vom Keeper nämlich ständig nur gefaustet und geboxt und phasenweise regelrecht ignoriert. Doch das Spiel kippte im Verlauf der ersten Hälfte ein wenig und so hatte Viktoria Glück, dass Schiedsrichter Ondrej Lerch (wohl nicht verwandt oder verschwägert mit Ex-BTSV-Keeper Olli Lerch) nach 32 Minuten nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte, was sich sicherlich auch nur ihm erschließt, hatte doch ein Viktoria-Verteidiger eine Grätsche auf Kniehöhe erfolgreich zum Abschluss gebracht. Doch Zenit tat in der Folge mehr und so gab es in der 40.Minute einen Freistoß aus dem halbrechten Feld. Dieser wurde an den langen Pfosten getreten und nachdem Kolar den ersten Kopfball noch abwehren konnte, so war er beim zweiten Versuch aus Nahdistanz machtlos. Zenit-Verteidiger Petr Dragoun ließ sich im Anschluss von seinem „Auswärts-Mob“ zurecht feiern. Halbzeit.

Prag Zu Beginn der 2.Hälfte wachten auch die Viktoria-Ultras etwas auf. Es wurden mehrere Schwenkfahnen verteilt und ein Beutelchen Rauch gezündet, was der Stimmung im Rund definitiv gut tat, so sehr sogar, dass sich einige der schottischen Zuschauer animiert fühlten mitzumachen. Kurzerhand wurde der nahe Fanshop gestürmt und sich T-Shirts sowie Schals besorgt. Diese wurden dann als Kopfbedeckung umfunktioniert und es ging schnurstracks zu den Ultras, Fahne abholen und mitfeiern. Ein sehr unterhaltsames Treiben, was dort auf der Tribüne verfolgt werden durfte. Im Gegensatz zu dem Treiben auf dem Feld: Zenit spielte aus einer kompakten Deckung heraus und versuchte mit Kontern kleine Nadelstiche zu setzen, während Viktorias Toptorjäger Miroslav Markovic (9 Tore bislang) als einzige Spitze immer wieder gesucht, doch viel zu selten gefunden wurde. Erst mit der Hereinnahme eines zweiten Stürmers Mitte der 2.Hälfte erhöhte Coach Folpit den Druck, doch mehr als ein Lattentreffer durch einen direkten Freistoß und einen von Gästekeeper Barta ausnahmsweise phänomenal(!) gehaltenen Kopfball sollte für seine Mannen nicht mehr herausspringen.Es blieb beim überraschenden, aber keineswegs unverdienten 0:1. Für uns blieb im Anschluss noch etwas Zeit um in Ruhe ein paar Fotos zu machen und noch eines dieser leckeren und günstigen Kaltgetränke zu verköstigen, bevor wir einem Tipp unseres „Mr.Nightshift“ folgten und in ein Restaurant fernab des Massentourismus einkehrten, um in Ruhe die gute böhmische Küche zu genießen. Für beinahe unglaubliche 5,-€ gab es einen Lendenbraten mit Knödeln und natürlich einem herrlichen frisch gezapften Bier.

Das 2. Spiel der Bruins am heutigen Sonntag sollte bereits um 16:00 Uhr angepfiffen werden und so blieb uns nach dem Essen gerade noch Zeit um ins Ho(s)tel zu fahren um Klamottenwechsel und Wegzehrung zu organisieren. Die Anfahrt verlief entspannter als am Vortag und auch das Spiel der Bruins sollte deutlich besser werden. Dank Torwart- und Spielerwechsel innerhalb der einzelnen Reihen, trat eine viel aggressiver Mannschaft auf, die den Gegner fast nach Belieben beherrschte. So stand am Ende ein nie gefährdeter 3:0-Sieg zu Buche.(Es gäbe im Detail dann doch Kleinigkeiten zu berichten, diese würden in der Summe aber den hier gegebenen Rahmen sprengen).

Die Zeit nach dem Spektakel wurde dann noch einmal für einen etwas großzügigeren „Bummel“ durch Prags Altstadt genutzt. Für mich gab es hierbei nicht mehr soviel Neues zu sehen (4.Besuch), allerdings ist diese Stadt immer wieder ein Hingucker und der Reisemitstreiter sollte ja auch noch etwas zu sehen bekommen.

Montag, 11.10.

Details der Rückfahrt sind nicht weiter erwähnenswert. Ach doch: Direkt vor Abfahrt unseres Zuges aus Prag, hatte sich ein tschechischer Güterzug von den Gleisen geworfen und die Strecke gen Norden blockiert. Nach 45 Minuten warten im Zug, entschloss sich die Bahn über Osten aus Prag zu fahren. Dieser Umweg, inkl. mehrfaches Umkuppeln auf irgendwelchen Dorfbahnhöfen, sorgte dann für weitere 1,5 Stunden Verspätung. So verpassten wir natürlich unseren Zug in Dresden – da es sich diesmal aber um ein Bahn-Verschulden handelte, ging die Umbuchung auf den späteren Zug kostenfrei. Nicht logisch, aber wahr. Nach knapp 9,5 Stunden waren wir dann erschöpft, aber wieder einmal glücklich zurück in Braunschweig. e.b.

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