1. FC Köln – BTSV

 

 1. FC Köln Eintracht Braunschweig 

10.12.2012, 2. Bundesliga, Rheinenergie Stadion, Endstand: 2:2

Köln Nach etwas Überlegung, ob dieses  Spiel es wert ist, sein Leben zu riskieren, fand ich mich trotz Eisregen- und Schneefallvorhersage um kurz nach 14.30 Uhr in einem mit 4 Personen gut gefüllten Auto sitzend wieder. Die Kaiserslautern-Crew war wieder am Start, das waren ja schonmal nicht die schlechtesten Vorzeichen, obwohl das Erinnern, wann man denn eigentlich den letzten Auswärtssieg der Eintracht vor Ort miterlebt hatte, schon einige Zeit zurückreichte. Auch das Wetter spielte leidlich mit, und nach üppigen Pausen und freier Fahrt erreichten wir Köln zeitig. Leider wurde es dennoch etwas knapp, weil man der PKW-Flut, die auf die Stadionparkplätze wollte, nicht Herr wurde. Wenn das Stadion mal ausverkauft sein sollte, also ruhig 1 Stunde vor Spielbeginn anreisen, wenn das mal reicht.

Natürlich war dann auch der eigentlich eigens für Gäste deklarierte Parkplatz P4 voll, und alles drängte auf P3. Hier parkten wir nun und es blieb auf einmal nicht mehr so viel Zeit bis Anpfiff: Beine in die Hand, Tickets hatten wir schon, und Block N gesucht. Als die Kölner ihr Vor-dem-Spiel-Ritual ausübten, hatten auch wir brauchbare Plätze eingenommen. Mit 38.000 Zuschauern gut gefüllt, bot das derzeitige Rheinenergie-Stadion einen tollen Anblick, auch weil die Geraden fleißig ihre Schals mitschwenkten. Akustisch bekam man schon einen Eindruck, was heute auf die knapp 2.000 angereisten Braunschweigfans zukommen sollte. Allerdings erst später, denn pünktlich zum Anstoß schwiegen die Anhänger hüben wie drüben.

Köln

Das Spiel begann munter, keins der Teams versteckte sich – und Eintracht Braunschweig hatte die erste Großchance der Partie, die Kumbela aber aus spitzem Winkel ans Außennetz verzog (6.). Bald darauf ging dann auch die Stimmung los, erhielt aber auf Kölner Seite in Minute 23 einen Dämpfer, als nämlich wieder Kumbela eine Top-Flanke von Ademi gefühlvoll über FC-Keeper Horn zum 0:1 in die Maschen beförderte – Marke Traumtor. Der 1. FC Köln wurde folgerichtig aktiver, traf kurz darauf durch Bröker aber nur den Pfosten (26.). Ansonsten blieb es ein gutes und munteres Spiel, und die Gäste hielten dem höheren Druck noch stand. Nach dem Seitenwechsel aber kam der FC deutlich munterer aus der Kabine, und schon 95 Sekunden nach Wiederanpfiff konnte der agile Clemens nach viel Platz zum Anlaufen aus 20 Metern draufhalten und traf mit einer, eventuell noch beim Schuss abgefälschten, merkwürdigen Bogenlampe über den überraschten Davari hinweg zum Ausgleich ins Gehäuse.

Köln Nun wurde es natürlich richtig laut, was angesichts des Drucks, unter dem die Geißböcke stehen, kaum verwundert. Und die Gastgeber drückten weiter, jedoch war es der BTSV, der den Sieg auf dem Silbertablett präsentiert bekam: Foul an Ademi, Elfmeter. Pfitzner vergibt kläglich, alle in Rot-Weiß jubeln, alle in Blau-Gelb denken: Warum haben wir nur keinen abgezockten Elferschützen? Und es kam noch dicker. Der ausgeliehene Ujah köpft in der 88. nach einem Standard aus kurzer Distanz glücklich das 2:1, Davari war noch dran. Wären die Kölner Fans nicht so laut gewesen, hätte man in der Gästekurve eine Stecknadel fallen hören können. Das Ding war durch – dachte man auch noch, als der Torwart schon in der Nachspielzeit noch zur letzten Ecke aufrückte. Und siehe da, der Bundesligaabsteiger bekommt den Ball nicht weg, Bicakcic trullert das Gerät vor die Füße, drin, 2:2! Endlich klappt sowas auch mal bei uns!

Dann war Ende, und was soll man sagen… Verdienter Punkt, Sieg möglich gewesen, immerhin nicht verloren – auf jeden Fall hochzufrieden und weiter Tabellenführer. Die Heimfahrt hätte entsprechend schön sein können, hätten sich die Wettervorhersagen nicht zu großen Teilen erfüllt und die Autobahn in einen fahrerisch sehr abwechslungsreichen Flickenteppich aus Wetter und Asphalt verwandelt. Kurz nach 3.00 Uhr konnte ich dann endlich hundemüde aber mit einem Grinsen ins Bett fallen: Überlebt und gewonnen… Ach nee, Unentschieden… Egal… Chrrrrr…

 

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