Bochum – BTSV

 

VfL Bochum VfL Bochum - Eintracht Braunschweig 

13.02.2015, 2. Bundesliga, rewirpowerSTADION, Endstand: 3:2

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Das erste Auswärtsspiel nach der Winterpause führte uns nach Bochum. Mich selbst tatsächlich zum ersten Mal. Irgendwie hatte es vorher noch nie sein sollen. Dabei hatte ich schon viele Jahre gehofft, dass es irgendwann zeitlich mal passt. “Castroper Straße, Junge – da musste doch mal gewesen sein, hör’ ma!” Und an diesem Freitagabend sollte es endlich soweit sein: Ruhrstadion. Grönemeyer. Ehrliche Maloche. Und das alles unter Flutlicht. Geil.

Am Mittag hatten wir uns in einer kleinen aber feinen Autobesatzung von Braunschweig auf den Weg gemacht. Die A2 gen Westen. Kennt man ja noch aus Regionalliga Nord-Zeiten. Da war das fast Standard, alle zwei Wochen. In Liga 2 ist Bochum in dieser Saison die einzige Station im Pott. Für uns allerdings nicht. Denn für uns endet die Autofahrt bereits in Recklinghausen. Dort dürfen wir bei ‘nem Kumpel vom Kumpel unser Lager bis zum nächsten Tag aufschlagen. Besten Dank nochmal!

Nach einer Grundversorgung mit den üblichen Spieltagsgetränken sowie einer kurzweiligen S-Bahn-Fahrt ist Bochum dann aber pünktlich genug erreicht, um sich stressfrei weiter Richtung Stadion zu bewegen. Dort angekommen, freue ich mich über einen wieder einmal prall gefüllten Gästeblock – ganz im Gegensatz zum Rest des Stadions. Es ist schon enttäuschend mit anzusehen, wie der VfL Bochum damit zu kämpfen hat, sein wirklich großartiges Stadion halbwegs gut gefüllt zu bekommen. 13.778 Zuschauer sind heute insgesamt da. Sicherlich hat auch der verpatzte Auftakt nach der Winterpause bei Union (1:2-Niederlage) unter dem neuen Coach Gertjan Verbeek damit zu tun. Aber unser Aantracht hatte es in der Vorwoche ja auch nicht besser gemacht und sich dem 1.FC Kaiserslautern mit 0:2 geschlagen geben müssen. Trotzdem ist der Block voll, auch an einem Freitagabend.

Es sind keine vier Minuten gespielt, da lässt Bole genau diesen Block komplett durchdrehen: Sein wunderschöner Schlenzer aus gut 20 Metern schlägt im Tor des VfL ein und lässt dessen Schlussmann Michael Esser keine Chance. Doch leider vergessen unsere Jungs danach dran zu bleiben und eventuell sogar das zweite Ding nachzulegen. Zudem muss Havard Nielsen bereits nach elf Minuten verletzt vom Feld. Gelungene Offensivaktionen der Blau-Gelben in der Folge: Fehlanzeige. Und so kommt es, wie es in der Vergangenheit schon so oft gekommen ist: Ein sichtlich verunsicherter Gegner kommt wieder ins Spiel, dreht die Partie noch vor der Halbzeit binnen fünf Minuten (Terodde 36./Terrazzino 41.) und geht mit breiter Brust in die Kabine.

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Mein fachmännisches Halbzeitfazit (Zitat: “Das drehen die Jungs noch!”) ist bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff hinfällig. Terrazzino nimmt ein ungeschicktes Einsteigen im Strafraum von Cello dankend an und unser allerliebster Weltberliner – richtig, Manuel Gräfe – zögert natürlich nicht eine Sekunde mit dem Pfiff. Simon Terodde lässt sich die Chance nicht entgehen und schnürt den Doppelpack – wie auch schon im Hinspiel. Für uns heißt es jetzt tapfer sein, Bier trinken und die Jungs trotzdem supporten.

Doch mit zunehmender Spielzeit schwindet die Hoffnung im Block, hier und heute noch etwas Zählbares mitzunehmen – zumindest bis sechs Minuten vor Spielende. Da fasst sich plötzlich der zur Halbzeit eingewechselte Damir Vrancic ein Herz und drückt einfach mal von der Strafraumgrenze ab. Ob noch von Kessel abgefälscht oder nicht – lässt sich nur schwer sagen, spielt aber in dem Moment auch keine Rolle – schlägt der Ball im unteren Eck des Bochumer Gehäuses ein. Nur noch 2:3. Beinahe ungläubige Blicke suchen und finden sich unter den Mitgereisten. Der Mob tobt nicht so sehr wie bei Boles Führungstreffer, vielmehr steigt aus dem Raunen, Staunen und Abklatschen wieder der gute alte Eintracht-Roar hervor. Gute sieben Minuten, inklusive Nachspielzeit, gibt der Block noch einmal alles. Die Mannschaft – zumindest heute – leider nicht.

So feiert am Ende des Spiels das blau-weiße Lager den erst fünften Saisonsieg. Und wir uns. Über das Ende des Tages noch weit hinaus. In den Kneipen des Bochumer Bermudadreiecks. Und das sicher nicht zum letzten Mal. eb

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Gladbach und Bochum

 

 Borussia Mönchengladbach – FC Augsburg

28.04.2012, 1.Bundesliga, Borussia-Park, Endstand: 0:0

 VfL Bochum – Eintracht Braunschweig

29.04.2012, 2.Bundesliga, Rewirpower Stadion, Endstand: 2:0

Anreise Diesmal ging es per Bahn-Wochenendticket auf die Reise, da die Fahrt nur knapp eine Stunde länger dauert als mit dem ICE. Gut gelaunt ging es sogleich an das Herzstück des Proviants, einen von meiner Freundin frisch gebackenen Rotwein-Schokokuchen. Das Fehlen eines Messers konnte das Essvergnügen nicht trüben, denn kurzerhand spendete einer seinen abgelaufenen Jugendherbergsausweis als Schneidewerkzeug. Lecker!

Erster Umstieg in Minden, ausreichend Zeit um noch Versorgungslücken zu schließen. Dann weiter Richtung Duisburg, das sollte aber nicht so reibungslos klappen. Denn durch Fanrandale im eine Stunde früher gestarteten Zug kam es zu einer empfindlichen Verzögerung – zum Glück stand in Duisburg ein Anschlusszug bereit, so dass wir zeitig in Mönchengladbach ankamen. Von dort konnte man einen gut funktionierenden Shuttlebus-Service zum Stadion nutzen.

Mönchengladbach Nun ist ja Mönchengladbach nicht unbedingt eine schöne Stadt, zumindest kamen die Busse an keiner schönen Ecke vorbei. Da stach das neue Stadion des VfL Borussia Mönchengladbach schon ins Auge. Leider hatten wir nur Karten für den Gästeblock bekommen, dort fanden wir aber unter unerwartet vielen Augsburger Fans noch bequem ein Plätzchen. Es versprach ein heißes Spiel vor 53.300 Zuschauern zu werden, denn für beide Teams ging es noch um was. Gladbach ging in ein Fernduell mit Schalke um den 3. Champions League Platz, und der FC Augsburg 07 wollte den Klassenerhalt nun auch rechnerisch festmachen. Dafür durfte Köln nicht gewinnen.

Dementsprechend verlief auch die erste Halbzeit. Beide Mannschaften deuteten ihre Gefährlichkeit öfter an, wobei die Borussen den schöneren Fußball boten. Allerdings nutzt auch der nix, wenn kein Abschluss erfolgt, so ging es torlos in die Kabinen. In den zweiten 45 Minuten verflachte die Partie dann stark. Keine Mannschaft schien ein Risiko gehen zu wollen, sodass sich der Ball weitestgehend im Mittelfeld befand. Dennoch ergaben sich ein paar Chancen, doch weder die Hausherren noch der Gast konnten einen Treffer erzielen. Letztendlich reichte es für Gladbach dann „nur“ zum CL-Qualifikationsplatz, wohingegen die Augsburger nach einem Wechselbad der Gefühle (Freiburg – Köln erst 1:0, dann 1:1, letztlich 2:1) den Verbleib in Liga 1 bejubeln konnten.

Überhaupt muss man sagen, dass im Augsburg-Block eine gute Stimmung herrschte. Einige frische, noch nicht gehörte Gesänge wurden angestimmt, und besonders auffällig war, dass ausschließlich das eigene Team supported wurde. Keine Zeile gegen den Gegner war zu hören.

Bochum Mit Bussen ging es dann wieder zum Bahnhof zurück, und im Regionalexpress nach Dortmund fiel mir dann auf, dass ich das coole Panoramafoto vom Stadioninneren nicht gespeichert hatte. Lehrgeld für die Bedienung des neuen Handtelefons… Nun ja. Jedenfalls sollten wir im Hotel Ashok nächtigen. Dieses liegt nah an den S-Bahn-Haltestellen DO-Germania (ca. 150 m) und DO-Krey (etwa 1 km), womit Dortmund HBF und Bochum HBF super zu erreichen sind. Das sollte man auch nutzen, da ums Hotel herum nichts los ist. Die Zimmereinrichtung ist eher zweckmäßig (mit TV und Duschbad) als gemütlich, aber für eine Nacht kann man nix sagen. Handtücher und Bettzeug sind inklusive, alles für 27,50 p.P. mit Frühstück. Der Ess- und Feiersaal ist dagegen sehr kahl und trist, und wenn dann bei einem ordentlichen Frühstücksbuffet ab 8 Uhr noch eine größere Familie hier fein angezogen Konfirmation feiert, ist das richtig deprimierend.

Nun also nach Bochum. Wir als Masochisten ließen es uns natürlich nicht nehmen, ins Bochumer Bermudadreieck zu gehen, um zu schauen, was wir gestern Abend verpasst hatten. Wir waren nämlich rund um den Dortmunder HBF unterwegs. Ein schönes Eckchen mit vielen unterschiedlichen Cafés, Bars und Kneipen. Das Mandragora, wohl der älteste Laden am Platz, bietet Frühstück bis 17 Uhr (!), das ist doch mal eine Ansage. Allerdings gibt es dort keine Sportübertragungen, was ganz klar eine Absage bedeutet.

Direkt gegenüber ist ein Skateladen, offenbar mit Betätigungsmöglichkeit auf dem Dach. Hätte ich gern mal reingeschaut, war ja aber Sonntag. Als wir das Bermudadreieck wieder verließen, gerieten wir noch in die Aufnahmen eines Kurzclips, der eine Tanzeinlage im Bauarbeiter-Outfit zum Inhalt hatte. Sachen gibt´s…

Bochum

Bald danach brachte uns eine S-Bahn zum Stadion des Vfl Bochum 1848, das ja nun sehr zentral gelegen ist, beinahe britisch in das Stadtbild integriert. Es gibt ja nicht mehr so viele Städte, wo sich die Fans durchmischen, hier scheint das aber ganz gut zu klappen.

Hier ging es ja nur noch für Bochum um was, nämlich wie Augsburg den Klassenerhalt in trockene Tücher zu bringen. Braunschweig hatte dahingehend, trotz ganz dürftiger Rückrunde, nichts mehr zu befürchten. Dementsprechend war auch die Stimmung im Gästeblock.

Das Spiel selber reiht sich leistungsmäßig in die vorherigen 10 ein. Trainer Lieberknecht hatte ja gesagt, dass er nach Klassenerhalt viel ausprobieren will zum Saisonende, aber auf Dauer nerven diese Experimente leicht. Eine Niederlage und sieben(!) Remis zuletzt zeugen davon. Ein in der Entstehung unnötiger Eckball bringt die frühe Führung für Bochum, Eintracht versucht viel, aber wenig gelingt. Und die Chancen die herausspringen werden vertändelt oder nicht genutzt, wobei daran auch ein guter Bochumer Keeper Luthe Anteil hat. Der Spielaufbau ist ungenau, weswegen Bochum immer wieder Bälle im Mittelfeld gewinnt. Da hellen auch die „Wir sind nur zum Feiern hier“-Gesänge die Stimmung nur schwer auf.

Bochum Nach der Halbzeit zeigen die Löwen vor 14.000 Zuschauern wenigstens zeitweise wieder mal die Schokoladenseite und bauen ordentlich Druck auf. Natürlich ohne Torerfolg, der einzige Braunschweiger Jubel wird vom Abseitspfiff erstickt. Und das trotz Überzahl seit der 60. Minute. Das 0:2 in der 90. Minute ist egal, natürlich muss man dann total aufmachen wenn man nix mehr zu verlieren hat. Aber dass es einen Petkovic im Tor braucht, um gegen 10 Mann die Entscheidung nicht schon vorher zu kassieren, ist schon tragisch.Nun könnte man einwenden, warum man sich nach Klassenerhalt wegen ein paar Spielen mit mäßiger Leistung so aufregt – das wird verständlicher, wenn man den letzten Ausflug der Eintracht in die zweithöchste Spielklasse miterlebt hat. Erste Saison hui, zweite Saison mit gefühlten 20 Unentschieden und mit genau solchen Spielen abgestiegen. Das möchte natürlich keiner nochmal erleben. Müssen wir ja auch hoffentlich nicht.

Nach dem Motto „Wenn es kommt, kommt es ganz dicke“ war man in Bochum wohl nur darauf bedacht, die Fans schnell aus der Stadt zu bekommen. Da der Sonderzug schon sehr früh weg war, verfrachtete man den Rest in einen ICE nach Hamm. Von dort sollte es nach etwa 50 Minuten Wartezeit mit einer Regionalbahn weiter nach Bielefeld gehen, ohne dass es dort einen bekannten Anschluss Richtung Braunschweig gab. Da wir keine Lust auf eine Ankunft spät in der Nacht hatten, bissen wir in den sauren Apfel und lösten zusätzlich zum Wochenendticket noch für schlanke 37,- Euro p.P. ein ICE-Ticket nach Hause. Ich empfehle unbedingt das Bordbistro, da kann man was erleben und eine gute Zeit haben. Für nur 3,90 Euro das Weizen…

Bildergalerie (zum Vergrößern klicken)

 

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WOB – Bochum

 

 VfL Wolfsburg – VfL Bochum

07.02.2009, 1.Bundesliga, Volkswagen Arena, Endstand: 2:0 

Zu der Zeit war uns der Luxus vergönnt, mit Menschen die wir beruflich betreuten auf Kosten des Arbeitgebers gelegentlich mal zum Fußball gehen resp. fahren zu können. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nennt sich das, und das wollten wir im Rahmen der Partie Rot-Weiß Erfurt gegen Eintracht umsetzen. Leider fiel das Spiel dem Wetter zum Opfer, sodass wir schnell umdisponieren mussten. Mehr aus Faulheit vor langer Fahrerei entschieden wir uns bald für das oben genannte Spiel. Vorher besuchten wir aber noch das Phaeno, denn es war ja genug Zeit.

Vom Spiel selbst ist nun nicht gerade viel hängengeblieben, obwohl es gar nicht so schlecht war. Vor 26.200 Zuschauern agierte der Gast recht munter und zeitweise gefährlich, aber öfter mit Problemen in der Rückwärtsbewegung. Nach zwei jeweils blitzsauberen Spielzügen markierte Džeko beide Treffer (21./85.), und spätestens dann war das Ding durch. Höhepunkt war allerdings, dass sich die beiden Keeper des VfL Bochum beim Aufwärmen einen Spaß daraus machten, den Werbezeppelin abzuschießen und sich köstlich amüsierten. Ansonsten schon ein verdienter Sieg der effektiveren Gastgeber. Und den Betreuten hat der Tagesausflug nicht zuletzt wegen Cola und Bratwurst trotz der Kälte gut gefallen – und darauf kam es ja schließlich auch an.

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