Bayern – BTSV

 

FC Bayern München Bayern München – Eintracht Braunschweig

30.11.2013, Bundesliga, Allianz Arena, Endstand: 2:0

 

Was berichtet man über ein Spiel, bei dem das Kräfteverhältnis so eindeutig verteilt ist und zumindest in der 1. Halbzeit auch so deutlich vom großen FC Bayern zur Schau gestellt wurde? Über ein 1:0 mit der ersten, zugegebenermaßen sehr genialen Aktion sowohl von Götze als auch insbesondere in dieser Geschwindigkeit der Ballannahme und des Abschlusses von Robben? Oder über ein 2:0 in nur allzu typischster Robben-Manier, bei denen man stets das Gefühl hat, diese Tore gar nicht verhindern zu können?  Oder vielleicht über das Gefühl, wenn der große FC Bayern nur richtig wollen würde, könne er wohl auch jederzeit weitere Tore erzielen?

Oder einfach darüber, dass beim großen FC Bayern alles ein bißchen anders ist? So fällt schon auf der frühmorgentliche Anreise im neutralen ICE auf, dass bereits in Niedersachsen erste Bayern-Fans im Zug sitzen. Im Laufe der Fahrt in den Süden sollten noch weitere hinzukommen. Auch ein Blick auf den Parkplatz am Stadion zeigt, dass hier eine riesige Menge an Reisebussen die Menschen zum großen FC Bayern fährt, denn Eintracht-Fans waren an diesem Samstag nur in geringer Zahl in Reisebussen unterwegs. Aber wie definiert sich eigentlich dieser Bayern-Fan? Es macht den Anschein, dass gerade bei einem solchen, für den großen FC Bayern eher unattraktiven Spiel, viele Menschen, den Weg ins Stadion finden, denen dieser sonst verwehrt bleibt. Vielleicht erklärt dies auch die nahezu nicht vorhandene Stimmung. Viele Fans hat der große FC Bayern also schon, aber wirklich emotional dabei sind wohl nur die wenigsten. Wenn sie denn überhaupt dabei sind, versteht sich.

Aber zurück zum Anderssein des großen FC Bayern, der sich immerhin mit einer gehörigen Portion Arroganz erlaubt, in der zweiten Halbzeit einen deutlichen Gang zurückzuschalten. Gepaart mit einem zudem mutigerem Auftreten der in der ersten Halbzeit doch arg zurückhaltenden Eintracht, kommt dann plötzlich ein kaum für möglich gehaltenes Spiel zustande, in dem sich Eintracht einige Torchancen erspielt und nach dem Spiel nicht wenige davon sprechen sollten, dass zumindest ein Anschlusstreffer verdient gewesen wäre. Ob dieser den großen FC Bayern noch einmal ins Wanken gebracht hätte, bleibt indes hypotetische Spekulation. Anders ist aber auch, dass man scheinbar nicht allzu kritisch über den großen FC Bayern berichtet. Gab es da nicht eine durchaus rotwürdige Aktion von Nationalkeeper Manuel Neuer gegen unseren Domi Kumbela? Man mag darüber streiten können, ob die Ballberührung samt Abräumen von Kumbela als Notbremse zu werten ist oder aber ob dies als “Ball gespielt” gewertet werden darf. Viele, mich eingeschlossen, sahen hier jedenfalls eine Rote Karte zumindest mal im Bereich des Berechtigten. Da darf man also doch schonmal interessiert nachfragen, warum diese Szene in den Medien und auch TV-Berichten meist nur kurz Erwähnung findet und teilweise sogar davon zu hören bzw. lesen ist, dass Neuer hier vor Kumbela geklärt habe. Man möchte fast erahnen, wie groß auf der anderen Seite der Aufschrei gewesen wäre, hätte ein Davari einen Robben derartig weggehauen und somit auch dessen Verletzung in Kauf genommen. Wenn ein Schiedsrichter dann noch, ohne Erwähnung dieser Szene wohlgemerkt, eine 2,5 als Benotung bekommt, spätestens dann weiß man, ja der große FC Bayern ist anders.

Ein gutes Drittel der Zuschauer zeigt dieses dann auch nochmal in aller Deutlich- und Hochnäsigkeit, indem sie schon Minuten vor dem Spielende bei einer 2:0-Führung das Stadion verlassen.

Sei´s drum. Wir Braunschweiger sind nämlich sehr gerne noch ganz anders, stolz und zufrieden, selbst nach einer irgendwie schon vor dem Spiel bewussten Niederlage. Ein Fan des großen FC Bayern, wird dies freilich nur schwerlich verstehen können, warum wir also lieber Eintracht- als Bayern-Fans sind. Sind wir aber nunmal…! Xta

 

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  2 Responses to “Bayern – BTSV”

  1. Um Missverständnissen vorzubeugen. Nur wenige Eintracht-Fans sind wie oben beschrieben mit Reisebussen angereist. Daraus soll bitte nicht abzuleiten sein, dass wenig Gästefans im Stadion waren. Das Gegenteil war nämlich der Fall. Nur kamen diese mit der Bahn oder mit dem Auto.

  2. Ein sehr guter Rückblick. Die Sonderrolle der Bayern nimmt immer stärkere Konturen an. Ehrfurchtsvolles verbeugen seitens der Medien und anbiederndes Gutstellen seitens einiger Schiedsrichter.
    Immerhin kommentierte der Sky-Kommentator die Zeitlupe der Neuer/ Kumbela Szene mit ‘Neuer nimmt hier aber auch alles in Kauf’ o.ä. Auch deutete er die Schiri-Entscheidung als Vorteil-Auslegung. Aber dennoch in der Nachbetrachtung das übliche Verhätscheln des ‘großen FC Bayern. Verachtenswert.

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